3G

teltarif-Test: T-Mobile baut UMTS-Netz zügig aus

Versorgung jetzt auch in Kleinstädten und entlang von Autobahnen
Von Volker Schäfer

In den letzten Monaten haben wir mehrfach die UMTS-Versorgung aller Netzbetreiber in verschiedenen Regionen Deutschlands in Augenschein genommen. In den letzten Tagen unternahmen wir eine Messfahrt im Rhein-Main-Gebiet, in Südhessen, der Pfalz, in Baden-Württemberg und im Saarland. Wir testeten das Netz von T-Mobile mit einem Nokia 7600.

Dabei stellten wir zunächst fest, dass das Netz des Marktführers unter den deutschen Mobilfunkanbietern in den letzten Monaten sukzessive ausgebaut wurde, während zumindest im östlichen Rhein-Main-Gebiet der Ausbau bei Vodafone seit einigen Monaten stagniert. Hatte das Düsseldorfer Unternehmen noch vor wenigen Monaten die Nase vorn beim Netzausbau im deutschen Südwesten, so hat T-Mobile inzwischen nicht nur aufgeholt, sondern sogar überholt.

Allerdings lässt der Ausbau der Vodafone-UMTS-Versorgung wohl auch nicht mehr lange auf sich warten. An vielen GSM-Senderstandorten sind inzwischen UMTS-Antennen zu entdecken, so dass man davon ausgehen kann, dass hier in absehbarer Zeit ebenfalls 3G-Sender in Betrieb gehen.

In Osthessen ist T-Mobile allein auf weiter Flur

T-Mobile ist nach wie vor der einzige Netzbetreiber, der die osthessische Metropole Fulda versorgt. Fährt man von dort auf der Autobahn A66 Richtung Frankfurt, so erlebt man kurz vor Gelnhausen eine Überraschung: Auch hier ist T-Mobile jetzt mit UMTS auf Sendung - als einziger der vier Netzbetreiber.

Das Netz in dieser Kleinstadt scheint sich aber noch im Aufbau zu befinden. In einigen Stadtteilen ist das Netz derzeit noch nicht verfügbar, während der Empfang Richtung Westen auch noch in den Nachbargemeinden verfügbar ist. Eine durchgehende Versorgung Richtung Frankfurt gibt es noch nicht. Etwa 10 Kilometer westlich von Gelnhausen bucht sich das Handy wieder ins GSM-Netz um. Erst in Hanau, wo es schon vor knapp einem Jahr UMTS-Versorgung gab, ist das neue Highspeed-Netz wieder zu finden.

In Südhessen UMTS entlang der Autobahn

Zwischen Hanau und Frankfurt gibt es nach wie vor kleine Versorgungslücken. Fährt man aber südlich der Rhein-Main-Metropole weiter auf der Autobahn A5 Richtung Darmstadt und Mannheim, so stellt man fest, dass neben den Städten nun auch erste Autobahnen abgedeckt werden. Die Versorgung ist zwar noch nicht ganz lückenlos, aber dennoch schon jetzt sehr gut.

Und geht der Empfangspegel wirklich einmal in die Knie, so schaltet das Nokia 7600 jetzt auch während eines Gesprächs ins 2G-Netz um. Der Nutzer bemerkt den Wechsel in der Regel nicht einmal. Nur durch einen Blick auf das Handy-Display stellt man fest, dass das 3G-Symbol plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Zurück ins WCDMA-Netz findet das Telefon während eines Telefonats allerdings nicht. Dieses Feature wird vom Netz noch nicht unterstützt.

Auch im Saarland ist Vodafone derzeit zweiter Sieger

Im Rhein-Neckar-Dreieck werden in erster Linie die Städte Mannheim und Ludwigshafen abgedeckt. Bei der Weiterfahrt ins Saarland ist UMTS zunächst nur in Kaiserslautern verfügbar. Danach findet man aber sogar in der Kleinstadt Neunkirchen den neuen Netzstandart vor. Ansonsten werden hier zumindest Saarbrücken und Saarlouis abgedeckt.

Auch hier hat T-Mobile gegenüber Vodafone die Nase vorn. Während Vodafone in Saarlouis weitgehend nur die Innenstadt mit gutem Pegel abdeckt, ist das T-Mobile-Netz auch in den äußeren Stadtteilen noch so stark, dass innerhalb von Gebäuden Sprach- und Datenverbindungen problemlos möglich sind.

Handy-Software noch instabil

Auf der Rückfahrt setzten wir anstelle des Nokia 7600 ein Motorola A835 ein. Mit diesem Telefon, das in Deutschland offiziell noch nicht verkauft wird, war die Stabilität der Verbindungen deutlich schlechter als beim Nokia-Handy. Während die Gespräche bei Nokia auch im fahrenden Auto fast immer auch über längere Zeiträume nicht zusammenbrachen, gab es beim Motorola-Handy sehr häufig Verbindungsabbrüche. Auch der Handover von 3G zu 2G während eines Telefonats klappt beim A835 derzeit noch nicht.

Die Software läuft bei beiden Geräten derzeit noch sehr instabil. Das 7600 steigt aus, wenn man mehrfach im Standby-Modus zwischen GSM und UMTS hin- und herwechselt. Das passiert beim A835 nicht. Dafür stürzt bei diesem Telefon die Software oft auch während eines Gesprächs ab. In diesem Fall bricht die Verbindung zusammen, das Telefon bootet neu und man muss den PIN-Code neu eingeben.

Vodafone-UMTS-Handy auch für D1 geeignet

Deutlich stabiler läuft das Betriebssystem des Samsung SGH-Z105, das seit der vergangenen Woche von Vodafone vertrieben wird. Ein Kurztest in Baden-Baden hat gezeigt, dass das Telefon auch im D1-Netz problemlos funktioniert. Nachdem man die entsprechenden Einstellungen vorgenommen hat, kann man auch die Datendienste von T-Mobile problemlos nutzen.

Ansonsten zeigt sich auch in Baden-Baden ein ähnliches Bild wie in Hessen: Das T-Mobile-Netz ist deutlich dichter als das von Vodafone. Im Raum Stuttgart-Tübingen, wo D2 noch vor einigen Monaten das bessere UMTS-Netz hatte, ist T-Mobile nun ebenfalls stärker vertreten als die Konkurrenz.