Abkommen

Blackberry-Lizenz für Motorola

Vereinbarung wurde vor kurzem unterzeichnet
Von Volker Schäfer

Blackberry-Hersteller RIM hat gestern gegenüber der Presse bekannt gegeben, ein Lizenzabkommen mit dem Telekommunikationskonzern Motorola abgeschlossen zu haben. Durch diese Vereinbarung sei es Motorola möglich, für bestimmte Mobiltelefone künftig Zugriff auf Blackberry-Services wie zum Beispiel den E-Mail-Pushdienst zu ermöglichen. Entsprechende Vereinbarungen hat RIM, das bislang vor allem eigene Handy/PDA-Kombigeräte produziert hat, in der Vergangenheit schon mit anderen Handyherstellern wie beispielsweise Nokia oder Siemens getroffen.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern bleibt allerdings bei Motorola unklar, wofür das Unternehmen die Blackberry-Lizenz nutzen wird. Motorola-Pressesprecher Rej Husetovic erklärte auf die Anfrage von teltarif.de, welche Telefone künftig über die Blackberry-Software verfügen: "Es wird in Zukunft keine Blackberry Software auf Motorola Handys geben. Vielmehr werden die Handys in der Lage sein Attachments zu empfangen und zu versenden. Als Beispiel hierfür dient das MPx, welches in der zweiten Jahrehälfte auf den Markt kommen wird. Das Gerät basiert auf einem Microsoft Betriebssystem und ist in der Lage alle Office-Dateien zu empfangen, zu bearbeiten und wieder zu versenden. Dies bietet dem Businesskunden deutlich mehr als es ein Blackberry heute kann."

Mehr Möglichkeiten für Blackberry-Nutzer

Allerdings wächst auch die Zahl der Software-Lösungen für die Blackberry-Handhelds. Dadurch werden die Geräte auch flexibler als in der Vergangenheit und zu vollwertigen PDAs. Die sysob GmbH & Co KG verkauft unter der Internet-Adresse www.blackberry-tools.com [Link entfernt] beispielsweise auch ein Office-Paket, mit dem es möglich ist, Word- und Excel-Dokumente auf dem Blackberry nicht nur einzusehen, sondern auch zu bearbeiten. Auch eine Software, die es ermöglicht, eingehende Dokumente an ein beliebiges Faxgerät weiterzuleiten, befindet sich im Produkte-Portfolio. Eine Alternative ist ein portabler Blackberry-Drucker, der es ermöglicht, eingehende Dokumente auszudrucken.

Unter der Adresse www.blackberry-forum.de [Link entfernt] besteht ferner die Möglichkeit zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Blackberry-Usern. Den Blackberry gibt es in Deutschland für Privat- und Geschäftskunden derzeit bei T-Mobile und Vodafone. o2 bietet das Gerät nur im Businessbereich an. Im Laufe des Jahres soll es den Blackberry auch bei E-Plus geben.

Hauptnachteil gegenüber dem Hiptop von E-Plus, der ähnliche Funktionen bietet, bei dem aber keine Möglichkeit besteht, eigene Software nachzuinstallieren, ist die fehlende Kostentransparenz für den Kunden. Während Hiptop-Nutzer für die Datendienste pauschal 19,95 Euro im Monat zahlen, rechnen T-Mobile und Vodafone beim Blackberry volumenbasiert ab. Von E-Plus war allerdings auf der CeBIT zu erfahren, dass Flatrate-Tarife künftig auch für andere Endgeräte angedacht sind.

Somit ist es denkbar, dass Deutschlands drittgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber künftig auch ein attraktives Blackberry-Angebot unterbreitet. Wünschenswert wäre dies in jedem Fall, denn hardwaremäßig bietet der Blackberry durchaus Vorteile gegenüber dem Hiptop. So ist nahezu uneingeschränkt eine Synchronisation mit Kalender- und Kontaktdaten auf dem PC möglich, die Akku-Standbyzeit erstreckt sich auch bei intensiver Nutzung über mehrere Tage und das Gerät ist deutlich schmaler und leichter und somit für den mobilen Einsatz besser geeignet.