billiger?!?

Süddeutsche Zeitung: Mobil-Telefonieren wird bald billiger

Discounterwelle wie bei Billig-Airlines vorhergesagt

Nicht nur Jugendliche hoffen
auf fallende Handypreise ...
Den Mobilfunkanbietern droht künftig ein deutlicher Einbruch der Gewinnmargen und erhöhter Wettbewerb durch kostenoptimierte Billiganbieter. Dies sagen die Unternehmensberater von Booz Allen Hamilton [Link entfernt] in einer aktuellen Studie. Der Grund sind Billiganbieter, die das heutige Preisgefüge kräftig verändern werden, wie die Süddeutsche Zeitung in Ihrer gestrigen Ausgabe aus der Studie zitiert.

Discounter arbeiten mit eingeschränktem Produktportfolio und deutlich verbesserter Kostenstruktur

Die Berater sagen demnach voraus, dass Billigunternehmen wie in der Flugbranche oder im Festnetz auf den Markt drängen und den etablierten Playern, wie T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder o2, das Leben schwer machen wollen. Die Discounter werden Überkapazitäten anmieten und als virtuelle Netzbetreiber anbieten, so Roman Friedrich, Principal bei Booz Allen Hamilton weiter. "Die Low-cost-Optionen werden fast zwangsläufig kommen", so zitiert die Zeitung Friedrich, der die Geschäftsmodelle durchgerechnet und Marktsimulationen angeschaut hat. Im europäischen Vergleich gelte dieses Szenario insbesondere für Märkte, in denen eine Marktsättigung von 80 Prozent und mehr erreicht sei. Hierzu gehöre auch Deutschland.

Wer noch kein eigenes Handy hat, werde bei den aktuellen Preisen wohl auch keines erwerben. Hier kommen nun die Billiganbieter wie Ryanair oder Easyjet im Flugverkehr ins Spiel: Diese könnten mit Niedrigtarifen neue Kunden anlocken. Möglich würde das durch starke Abstriche in der Kundenbetreuung, minimale Produktentwicklung und einfache Dienste, so die Unternehmensberater. Die Discounter könnten sich zum Beispiel auf simple Sprachtelefonie beschränken und weitgehend auf Marketing und teure Hotlines verzichten. Die Dienste vertreiben sie per Internet, der Kunde bekäme statt eines Handys nur eine SIM-Karte geschickt. Mit diesem eingeschränkten Leistungsumfang hätten die Billiganbieter um 30 bis 40 Prozent niedrigere Kosten als die etablierte Konkurrenz. Der Preisabschlag für den Kunden könnte sogar noch größer sein, wenn sich die neuen Marktteilnehmer mit niedrigeren Margen zufrieden gäben.

Chance für ausländische Anbieter in Deutschland

Möglich sei, dass sowohl Töchter der etablierten Anbieter, aber auch neue oder ausländische Telekommunikationsfirmen in den Markt einsteigen, so Booz Allen Hamilton weiter. In Dänemark bietet Telmore bereits billige Handydienste an, die die Marktpreise insgesamt deutlich nach unten gedrückt haben. In Deutschland stehe ein solches Vorhaben kurz bevor, so das abschließende Statement der Unternehmensberatung. Einen genauen Markteintrittstermin des ersten Discountanbieter konnte freilich noch nicht bekanntgegeben werden. Noch zögerten die Unternehmen: "Keiner will die Lawine lostreten. Alle wissen, dass sie dann das Preisniveau kaputtmachen."