Blockade

China blockiert Internetseiten der Deutschen Welle

Reporter ohne Grenzen klagt über zunehmende Zensur
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China blockiert die Internetseiten der Deutschen Welle sowie der chinesischen Version des Wall Street Journals. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen dauert die Blockade schon seit Beginn der diesjährigen Plenartagung des Volkskongresses in Peking am 5. März. In keiner Sprache ließ sich die Webseite der Deutschen Welle am vergangenen Freitag von Peking aus aufrufen. Die Organisation beklagte "wachsende Zensur" in China. Die Führung in Peking drehe "die Schraube im Internet" weiter an.

Routinemäßig blockiert China Zehntausende von Webseiten, darunter die britische BBC oder Reporter ohne Grenzen selbst und Amnesty International. Die Deutsche Welle, die auch chinesisch-sprachige Informationen anbietet, war schon einmal längere Zeit gesperrt. Der deutschen Seite waren damals politische Gründe genannt worden, doch endete die Blockade schließlich. Chinas neuer Ministerpräsident Wen Jiabao wird voraussichtlich im Mai zu seinem ersten Besuch als Regierungschef in Deutschland erwartet.

Trotzdem hat China nach den USA mittlerweile die zweitgrößte Internet-Community der Welt, über 17 Millionen Chinesen verfügen über einen Breitbandzugang zum Internet. Beim ersten Weltgipfel der UNO zur Informationsgesellschaft (WSIS) bockte China beim Verweis auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im ersten Abschnitt der Deklaration. Der Umgang der chinesischen Regierung mit nicht linientreuen Internetnutzern war in der Vergangenheit immer wieder Anlass für internationale Kritik.

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