Gemeinsame Sache

UMTS: Gemeinsamer Netzaufbau in ländlichen Regionen?

o2 will Konkurrenten für einen gemeinsamen Netzausbau gewinnen
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Der kleinste der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, o2 Germany, will die Konkurrenten für einen gemeinsamen UMTS-Netzausbau auf dem Land gewinnen. Laut der Tageszeitung Welt am Sonntag denkt der o2-Chef Rudolf Gröger an eine Netz-Gesellschaft, in der die vier Betreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 eingeladen seien, mit einem geteilten Investment in diesen Bereichen ein gemeinsames Netz zu bauen, das dann jeder nutzen könne. "Die Politik müsste solche Bemühungen eigentlich unterstützen", so Gröger gegenüber dem Blatt.

Möglich wäre dies, da die UMTS-Lizenzbedingungen lediglich eine vorgeschriebene Bevölkerungsabdeckung von derzeit 25 Prozent und 50 Prozent bis Ende 2005 vorsieht. Ein gemeinsamer Netzaufbau ist bis zum Jahr 2005 verboten. Für die Zeit danach gibt es jedoch keine Regeln. "Rechtlich muss dann eigentlich nicht mehr weitergebaut werden.", so Gröger.

Für die Mobilfunkbetreiber ist der UMTS-Ausbau in der Fläche kostspielig, da deutlich mehr Sendestationen benötigt werden als beim herkömmlichen GSM-Netz. In ländlichen Gebieten wird sich der Ausbau mehrerer UMTS-Netze wegen des Milliarden-Aufwands daher kaum lohnen. Wer nicht in der Stadt lebt, hat Pech gehabt.

Dass die D-Netzbetreiber ländliche Regionen auch nach 2009 weiter nur mit GSM versorgen wollen, lassen Berichte über die geplante Verlängerung der GSM-Lizenzen bis zum Jahr 2017 vermuten. Damit würden auch langfristig die schnellen UMTS- und die langsamen GSM-Netze parallel existieren und die schnellen UMTS-Dienste in dünnbesiedelten Gebieten nicht zur Verfügung stehen. Durch den späteren Start der Betreiber E-Plus und o2 dürfen auch diese beiden Netzbetreiber die GSM-Frequenzen noch bis 2012 bzw. 2016 nutzen.

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