Verbraucherzentralen warnen vor dubiosen Gewinnversprechen

Statt attraktivem Geldpreis droht teuere Abzocke
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In Briefkästen quer durch Deutschland landen derzeit wieder dubiose Gewinnmitteilungen, die in den meisten Fällen die Empfänger zu teuren Anrufen über 0190er-Nummern animieren sollen. Darauf wiesen die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg und Hamburg heute hin. Besonders aktiv ist demnach die Firma Atlantis Bonus Marketing (ABM) aus Rödermark, die eine Gewinnbestätigung für einen Preis über 2 500 Euro verschickt. Dabei werde der Empfänger aufgefordert, den Gewinn telefonisch abzurufen, erklärte die Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Brigitte Sievering-Wichers. "Hinter der Nummer läuft eine Bandansage, welche die Anrufer möglichst lange in der Leitung hält. Das bringt Atlantis richtig Geld - uns liegen Berichte von 46 Euro für einen Anruf vor."

Auch Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg warnte vor der Firma. Die Mitteilung von ABM laute: "Sie haben Ihren Gewinn-Anteil bis heute nicht abgerufen. Ich verstehe Sie nicht. Insgesamt stehen 2 500 Euro auf dem Spiel!." Die Kosten für einen Anruf lägen dann bei 1,86 Euro pro Minute. "Verbraucher können sich die Kosten für das ergebnislose Telefongespräch sparen, denn den vorgegaukelten Gewinn gibt es nicht", betonte Castelló. "Der einzig richtige Platz für diese Gewinnmitteilungen ist der Papierkorb."

Die Frühlingsfahrt-Variante: Überteuerte Produkte auf Kaffeefahrt

Mit einer Variante lockt laut Sievering-Wichers die Firma TV-Club Europe ihre "Gewinner" zu einer "Frühlingsfahrt mit feierlichen Gewinnübergabe inklusive einem kostenlosen Mittagessen". Dies sei eine "blumige Umschreibung für eine Kaffeefahrt, deren Teilnehmer üblicherweise massiv unter Druck gesetzt werden, überteuerte Produkte zu kaufen". Besonders dreist sei eine Werbegesellschaft aus Lübeck, die einen Gewinn aus einer der Kategorien ihres Gewinnanforderungszertifikats garantiert. Dieser könne sich jedoch schnell als Zeitschriftenabo entpuppen, für das teuer bezahlt werden müsse. Mit dem Gewinnabruf werde auch nach der Bankverbindung zur Überweisung des angeblichen Barpreises gefragt. Statt des Geldsegens drohe die Abbuchung für das Zeitschriftenabo.

"Beim genauen Lesen der Gewinnmitteilungen stellt man eigentlich immer fest, dass ihre Formulierungen den Firmen einen Rückzieher von ihren großspurigen Geldversprechen ermöglicht", betonte Sievering-Wichers. Tauchten Begriffe wie "Nominierung" oder "Anteils-Gewinn" auf, sollten die Empfänger auf jeden Fall die Finger von den Geldversprechen lassen.

Heiß diskutiert wird der Fall der Rödermarker Firma Atlantis Bonus Marketing übrigens auch in unserem Festnetz-Forum.

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