Panne

Mobilfunknetz von T-Mobile im Großraum Frankfurt ausgefallen (aktualisiert)

Störung im Vermittlungsrechner legt Mobilfunknetz in der Banken-Stadt lahm
Von dpa / Hayo Lücke
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Aufgeregt läuft ein junger Mann durch den Frankfurter Hauptbahnhof und drückt auf der Tastatur seines Handys herum. Ohne Erfolg. Ein paar Meter neben ihm steht eine Clique und blickt ratlos auf ein Mobiltelefon. Einer der Gruppe fragt Passanten: "Haben Sie Netz?" Aber er erntet nur Kopfschütteln: "Nein. Keine Ahnung. Bei mir geht auch nichts mehr." Es war etwas stiller als sonst in Frankfurt und Umgebung am heutigen Tage. Denn das von über 25 Millionen Deutschen genutzte Mobilfunknetz von T-Mobile fiel bei einer der größten Pannen in der deutschen Mobilfunk-Geschichte von etwa 9.30 Uhr an in großen Teilen des südlichen Rhein-Main-Gebietes für mehrere Stunden aus.

"Ich wunderte mich schon den ganzen Tag, dass mein Handy so still ist", sagt eine Sprecherin des Frankfurter Flughafens. Die Mitarbeiter in den Terminals hätten bereits über die Radionachrichten von dem Ausfall gehört. "Es gab schon Anfragen von Fluggästen, die wissen wollten, warum ihr Handy nicht funktioniert." Auch in den Gängen und in den An- und Abflugshallen waren viele verzweifelte Handybesitzer ohne Empfang.

Wer seine Ankunft bei der Verwandtschaft melden wollte - und normalerweise D1 nutzt - musste wohl oder übel auf Telefonzellen ausweichen. "Bei der Post im Flughafen gibt es schon seit etwa drei Jahren keine öffentlichen Apparate mehr - zu wenig Kundeninteresse", erklärt ein Sprecher der Deutschen Post. Auch im Hauptbahnhof seien die Telefonkabinen neben dem Päckchenschalter und Briefmarkenautomaten bereits seit Jahren geschlossen.

Die Ursache für den Komplettausfall im Südwesten von Frankfurt einschließlich der Bankenhochhäuser und großer Teile von Wiesbaden und Flughafen war nach Angaben von T-Mobile ein Softwarefehler an einem Vermittlungsrechner. Die Reparatur, für die am Morgen noch etwa zwei Stunden anberaumt worden waren, verzögerte sich. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass es bis zum Abend noch klappt", sagt T-Mobile-Sprecher Hussam Azrak am späten Nachmittag. Es seien mehrere Hunderttausend Handy-Nutzer von der Panne betroffen. "Selbst wenn das System wieder läuft - die Netzversorgung läuft erst nach und nach wieder an. Wie nach einem Unfall und Stau auf der Autobahn."

Größere Pannen im D1-Mobilfunknetz gab es auch schon in der Vergangenheit: Im Frühsommer 1999 mussten zunächst 250 000 Handy-Besitzer im Großraum München ohne Empfang auskommen, dann wurden nochmal 10 000 Mobiltelefonierer in weiten Teilen Nord- und Ostbayerns vom Netz abgehängt.

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