Neue Adresse

IPv6: Endlich feste Hausnummern im Internet

Mit dem neuen Protokoll kann jede Schreibtischlampe ihre Internetadresse bekommen
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Immer mehr Geräte werden internetfähig. Nicht nur die herkömmmlichen Terminals wie PC und PDA, sondern auch Mobiltelefone, Videorecorder, Kühlschränke und sogar Schreibtischlampen sollen über das Netz der Netze Informationen austauschen können. Mit diesem Zuwachs an Geräten steigt natürlich auch die Anzahl der benötigten Internetadressen rapide an. Deshalb wurde bereits Mitte der Neunziger Jahre ein neuer Standard entwickelt, der der IP-Adressenknappheit Abhilfe schaffen soll.

Mit dem IPv6 genannten Protokoll wird die Länge der Adressen für das Internet Protokoll - der IP-Nummern - von der noch immer verbreiteten Länge von 32 Bit auf 128 Bit ausgeweitet. Damit stehen 10 hoch 38 Adressen zu Verfügung - ein gewaltiger Fortschritt gegen über den 4,3 Milliarden IP-Adressen, die mit dem IPv4 Protokoll möglich sind.

Mittlerweile bieten auch die ersten DSL-Provider in Deutschland IPv6-Adressensätze an, etwa das Münchner Unternehmen Spacenet. Vor allem DSL-Kunden, die gern einen eigenen Server betreiben wollen, profitieren von dieser Möglichkeit. Den meisten DSL-Nutzern wird eine dynamische Adresse zugewiesen - das bedeutet, dass sie ständig unter einer anderen Hausnummer zu erreichen sind. Das bringt Probleme mit sich, beispielsweise bei der Internet-Telefonie. Wer vom Internet aus ein bestimmtes Gerät erreichen will, tut sich schwer, solange diesem keine eindeutige Adresse zugewiesen werden kann. Bisher verbergen sich die einzelnen Geräte meistens in Netzwerken hinter einem zentralen Rechner, der diesen netzinterne Adressen zuweist.

Umgekehrt ist man im Internet viel leichter zu erkennen, wenn man unter einen festen Adresse auftritt - hier sind neue Datenschutzkonzepte gefordert. Bislang lassen sich die Kunden, die bei Spacenet einen festen IPv6-Satz geordert haben, an einer Hand abzählen. Denn es müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden, damit man diese Adressen nutzen kann. Probleme machen vor allem die großen Carrier, die ihre Netze entsprechend ausbauen müssten. Die Deutsche Telekom beispielweise bietet noch keine Infrastruktur an, die IPv6 unterstützt.

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