Mittelpunkt: Verbaucher!

o2: Preise für mobile Datenübertragungen müssen billiger und übersichtlicher werden

UMTS kommt wohl erst zur Jahresmitte 2004

Der o2-Deutschland-Chef Rudolph Gröger kündigte heute im Rahmen eines Vortrages auf der 9. Jahrestagung Telekommunikationsmarkt Europa billigere und übersichtlichere Preise für mobile Datenübertragungen an. Er bezeichnete das bisherige volumenbasierte Abrechnungsmodell bei GPRS als für den Verbraucher zu unübersichtlich. Die bestehende Berechnung von 10- oder 100-Kilobyte-Blöcken sei der entscheidende Hemmschuh für mobile Datenanwendungen beim Verbraucher.

Stattdessen muss der gesamte Mobilfunkmarkt neue, eventbasierte Abrechnungsformen entwickeln. Dabei wird dann ein Festbetrag z. B. pro übertragenem Bild oder Video bezahlt, unabhängig von der Dateigröße. Gröger erwartet hier eine Einführung dieser Abrechnungsformen im zweiten Halbjahr und äußerte sich zudem zuversichtlich, dass o2 hier eine Vorreiterrolle in Deutschland übernehmen könne.

Ebenso will o2 Mitte August die sogenannte Mulitcard auf den Markt bringen. Damit sind dann bis zu 10 SIM-Karten für eine einzige Mobilfunknummer erhältlich, um beispielsweise ein Smartphone, ein kleines Lifestyle-Handy für den Abend und ein GPRS-Datenmodem für PDA oder Laptop ohne dauerhaftes, lästiges Wechseln der SIM-Karte verwenden zu können. Alle Gespräche und Datentransfers der bis zu 10 SIM-Karten werden dann auf einer einzigen Rechnung ausgewiesen.

Weitere Verzögerungen bei UMTS

Dienste und Produkte für die dritte Generation im Mobilfunk UMTS werden wohl noch langsamer auf den Markt kommen, als zuletzt erwartet: Herr Gröger kündigte heute in Bonn an, dass o2 mit einem großen Marktlaunch auf jeden Fall warten will, bis mindestens drei beim Endkunden akzeptierte Endgeräte auf dem Markt und auch alle Netztests zufriedenstellend verlaufen sind. Weihnachten 2003 wird "maximal ein Handy" in den Läden liegen, folglich ist mit einem "echten" Marktstart im ersten Halbjahr des nächsten Jahres zu rechnen, etwa zur Computer- und Telekommunikationsmesse CeBIT im März 2004. Gröger erwartet einen nennenswerten Anteil von UMTS-Endgeräten und -Services erstmals im Weihnachtsgeschäft 2004. Gleichwohl sollen selbstverständlich alle regulatorischen Erfordernisse bis zum Jahresende erfüllt werden.

Gröger erwartet zudem in den kommenden Jahren ein Vielzahl verschiedener Endgeräte. So wird es zukünftig nicht mehr nur ein Handy mit Zusatzfunktionen, wie z. B. einer Kamera, geben, sondern etwa auch eine hochauflösende Digitalkamera mit einer UMTS-Datentransferkomponente oder ein mobiler MP3-Player mit Empfangs- und Versandmodul für neue Musikclips. Auch diesbezüglich seien Produkte wie die kommende Multicard und verständliche, niedrigere Datentarife ein wichtiger Schritt zu mehr Verbraucherakzeptanz in den nächsten Jahren.