Minus

Ericssons verminderte 2002 die Verluste (aktualisiert)

Umsatz sank um 36 Prozent
Von dpa / Marie-Anne Winter

Der angeschlagene schwedische Telekom-Konzern Ericsson hat 2002 erneut hohe Verluste eingefahren, diese aber von 21,1 auf 14,5 Milliarden Kronen (2,3 auf 1,6 Milliarden Euro) vor Steuern vermindert. Vor allem wegen einer pessimistischen Prognose für das Branchengeschäft dieses Jahres mit den neuen UMTS-Netzen sanken die Ericsson-Aktien aber nach trans-neu Bekanntgabe der Jahresbilanz in Stockholm um 10,9 Prozent auf 8,20 Kronen (0,88 Euro).

Ericsson verminderte das Minus vor Steuern von 21,1 auf 14,5 Milliarden Kronen (2,3 auf 1,6 Milliarden Euro). Deutlich schlechter als erwartet fiel dabei das vierte Quartal mit einem Verlust von 2,2 Milliarden Kronen ohne Rationalisierungskosten aus. Analysten hatten im Durchschnitt 1,4 Milliarden Kronen erwartet. Unter Einrechnung von Ausgaben für die Unternehmenssanierung betrug der Verlust 8,3 Milliarden Kronen. Im Gesamtjahr stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 19 Milliarden Kronen nach bereits mehr als 21 Milliarden Kronen im Jahr davor.

Der Umsatz sank im gesamten Jahr um 36 Prozent auf 128,4 Milliarden Kronen. Auch im vierten Quartal blieb er mit einem Rückgang um 23 Prozent auf 30,7 Milliarden Kronen ebenfalls weit hinter den Prognosen zurück. Gegenüber dem letzten Quartal das Jahres 2000 mit 67,2 Milliarden Kronen hat das schwedische Unternehmen damit weit mehr als die Hälfte seiner Erlöse verloren.

Konzernchef Kurt Hellström sagte bei der Vorstellung der Bilanz, Ericsson habe nun "das Schlimmste" jetzt hinter sich. Im Laufe dieses Jahres werde man wieder schwarze Zahlen schreiben, auch wenn der Umsatz unter 120 Milliarden Kronen sinken sollte. Für die gesamte Branche sieht Hellström für das laufende Jahr keine Hoffnung auf neue Wachstumschübe durch die neuen UMTS-Mobilnetze und die dazu gehörenden Handys. "Ich würde liebend gerne sagen, dass die Wende da ist, aber es in der nahen Zukunft keine Anzeichen dafür", erklärte der Ericsson-Chef im Rundfunk. Das für Ericsson zentrale Geschäft mit Netzen werde in diesem Jahr um zehn Prozent für die Branche schrumpfen.

Das Unternehmen reduzierte die Stellenzahl allein im vierten Quartal des letzten Jahres um 7 100 auf 64 600 Beschäftigte. 1999 hatten die Mitarbeiterzahl noch 103 000 betragen. Als wichtigste Gründe für den steilen Niedergang galt zunächst die verlustreiche Produktion von zu teuren und schwer absetzbaren Handys sowie zuletzt die starke Abhängigkeit von der Mobil-Infrastruktur mit immer geringerer Investitionsbereitschaft der Kundschaft. Die in einer Allianz mit Sony ausgelagerte Produktion von Mobiltelefonen bringt weiter Verluste. Hellström kündigte bei der Bilanzvorstellung an, dass Ericsson an diesem Projekt trotz des bisher enttäuschenden Verlaufs festhalten wolle.