Feldversuch beendet

Test für SMS-Fahrausweis in Berlin beendet

8 052 Personen haben das Handy-Ticket getestet
Von Daniel Reese

Die Berliner-Verkehrsbetriebe (BVG) haben ihren Feldversuch mit dem sogenannten HandyTicket beendet. Der Test lief vom 2. bis 31. Oktober unter dem Projektnamen TELEPAY und ermöglichte in Berlin den Erwerb eines Einzelfahrscheins (Tarifbereich AB) oder einer Tageskarte für Busse, U- und S-Bahnen sowie die Tram per SMS. Testen konnten aber nur Vertragskunden von E-Plus. teltarif hat das System Ende September vorgestellt und erste Erfahrungen in einer Meldung geschildert.

Unser Test am Tag der Deutschen Einheit verlief zwar erfolglos, doch für die BVG sei der Probelauf ein Erfolg gewesen, teilte der Projektleiter Steffen Kissinger auf Nachfrage von teltarif mit. Insgesamt hätten 8 052 Fahrgäste ihr Ticket per Kurzmitteilung geordert, wobei es an drei Tagen Probleme bei der Zustellung gab. Von der Panne betroffen waren etwa 250 Kunden, unter anderem wir bei unserem Test. Vor dem Start habe man auf eine Teilnehmerzahl von 8 000 Kunden gehofft und sei mit der Resonanz zufrieden. Das Verhältnis von Einzelfahrschein zu Tageskarte lag bei 10:1. Es wurde keine explizite Werbeaktion für den SMS-Fahrausweis in den Print-Medien oder im Radio durchgeführt. Den Berlinern wurde der Test nur durch Promotion-Aktionen, Werbe-Flyer oder Berichte im Internet, Radio und in der Presse schmackhaft gemacht. Während des Test-Monats stieg die durchschnittliche Tagesnutzung von 235 auf 275 Nutzer mit weiter steigender Tendenz.

Der Test wurde gemeinsam mit der belgischen Firma Ertico durchgeführt und von der Europäischen Kommission gefördert. Ursprüngliches Ziel der BVG war es, dass alle deutschen Mobilfunkbetreiber an dem Test teilnehmen sollten. Bereits 1999 wurden diesbezüglich Gespräche geführt. Die Gespräche blieben jedoch ohne nenneswerte Ergebnisse und da das Projekt von der EU gefördert wird, musste der Test bis Ende diesen Jahres durchgeführt werden. Technische Probleme verzögerten einen früheren Start. In den nächsten Tagen werden die erzielten Erkenntnisse ausgewertet und Kissinger hofft, dass das HandyTicket im nächsten Jahr netzübergreifend eingeführt wird. In diesem Fall soll es eine Ausweitung des Angebotes geben, es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass es alle Fahrkarten-Typen als SMS geben werde.

Neben dem Feldversuch in Berlin gab es ebenfalls Testläufe in Rom, Paris und Turku. Bis Ende November werden nun die Erkenntnisse zur Systemstabilität, zur Kontrollierbarkeit und zum Datenschutz zusammengetragen, ausgewertet und an die Europäische Kommission übermittelt.