Überholspur

USA überholen bald Europa

Neue Mobilfunkstandards finden in den USA stärkeren Anklang als in Europa
Von Karin Müller
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Laut einem Artikel der Zeitung Die Welt überholt die USA Europa bei der Verbreitung des Mobilfunks der nächsten Generation. Es werden Ergebnisse einer Studie der Investmentbank Morgan Stanley aufgeführt, wonach der Anteil an Mobilfunkkunden, die breitbandige Mobilfunkverbindungen nutzen können, in den USA schneller und stärker zunehmen werde als in Europa. Als Gründe werden die "halbherzige" Einführung von GPRS, die hohen Kosten für die Datenübertragung sowie das verhältnismäßig geringe Angebot an GPRS-fähigen Endgeräten in Europa aufgeführt. Hinzu komme, dass in Europa GPRS nur als Zwischenstation zum Mobilfunkstandard der dritten Generation, UMTS, wahrgenommen werde. Doch der Start von UMTS wurde von allen Netzbetreibern verschoben. So hatte zum Beispiel Vodafone erst kürzlich eine Verschiebung um ein halbes Jahr auf Frühjahr 2003 angekündigt.

In der Zwischenzeit holt die USA laut Studie kräftig auf und legt ihren Status als "Mobilfunk-Entwicklungsland" durch das Vorhandensein von zu vielen technischen Standards und einer zu geringen Netzabdeckung nach und nach ab. Allerdings würden die großen Mobilfunkanbieter in den USA dabei auf CDMA 2000 1x setzen. Diese Technologie habe sich sowohl in Korea als auch in Japan schnell verbreitet und findet offensichtlich auch in den USA viele Befürworter.

Bis 2004 prophezeit Morgan Stanley europäischen Mobilfunkkunden eine Nutzung von modernen Diensten wie GPRS und UMTS von nur etwas mehr als 10 Prozent. In den USA sollen bis zum selben Zeitpunkt allerdings schon mehr als 65 Prozent der Mobilfunkteilnehmer GPRS oder CDMA 2000 1x nutzen. Zwar erreichen die in den USA verwendeten Standards nicht die selbe hohe Übertragungsrate wie UMTS, für zum Beispiel die Internetnutzung über Handy oder PDA sei diese aber trotzdem ausreichend.

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