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Werbung kommt jetzt auch übers Handy

Relativ gute Chancen gegen unerwünschte Werbung bietet nur die Robinsonliste
Von APA / Marc Baumann
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Kaum ein Verbraucher bleibt noch von der ständig steigenden Flut unerwünschter Werbung verschont. Ob Bettelbriefe, Postwurfaktionen, anonyme Faxe mit angeblichen Geldspartipps oder Anrufe fremder Versicherungsvertreter - niemals zuvor wurde Otto Normalverbraucher stärker umworben.

Lästige Werbung drückt neuerdings auch massiv per E-mail ins Haus, als SMS-Nachricht aufs Mobiltelefon oder getarnt als Meinungsumfrage. "Der Handel mit Adressen, Daten und Nummern aller Art brummt gewaltig", erläutert Marie-Luise Dittmar von der Verbraucher Initiative in Berlin. Je größer die Adressdatei, desto besser fürs Geschäft. Speziell gepresste Adressen-CDs werden weltweit verkauft. Adressverlage liefern die potenziellen Kunden auf Wunsch auch nach Geschlecht, Berufs- oder Altersgruppen sortiert.

Früher versuchten sich Bürger durch die Aufkleber "Bitte keine Werbung" am Briefkasten gegen die störende Reklameflut zu wehren. Wer heutzutage seine Ruhe haben will, muss selbst aktiv werden. Wichtig ist z.B., die eigenen Nummern und Adressen sparsam zu "streuen" und nicht auf jedem Formular aufzulisten. Sind die eigenen Fax-, Telefon- und Handynummern, die Post- oder E-Mail-Adressen schon im Umlauf, wird es schwieriger, sich zu wehren. Vor allem im Faxbereich gibt es wenig Chancen, die Quälgeister wieder loszuwerden. Weil die Absender meist anonym bleiben oder Postfächer angeben, kommt man kaum an sie heran, berichtet Dittmar. Oft hilft nur "Faxstecker ziehen", wie die Verbraucherschützerin meint. Dann höre wenigstens die Verschwendung von Papier, Toner und Strom auf.

Die nächste Vorsichtsmaßnahme: Angepriesene Faxabrufe zu Verbraucherthemen, Fabrikverkäufen oder Schnäppchen meiden. Bei Kosten von 1,86 Euro pro Minute und vielen Seiten Abruf seien schnell zehn Euro und mehr beisammen. Gleiches gilt für den neusten Trick für intensive Datensammlung: Meinungsumfragen per Fax.

Auf keinen Fall sollten genervte Verbraucher auf anonyme Spams, also per E-mail verschickte Werbung, antworten. Wer reagiert, zeigt sich auch hier als "aktive Adresse" und wird die lästigen Verfolger nicht mehr los, meint Dittmar. Selbst die Filtersoftware des Internetproviders bringe keinen hundertprozentigen Schutz.

Eine relativ gute Chance gegen ungewünschte Werbung - ob per E-Mail, per Telefon, Brief, Fax oder SMS - bietet eine Registrierung in so genannten Robinsonlisten. "Etwa 90 Prozent der seriösen Unternehmen hält sich daran", meint Marie-Luise Dittmar.

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