teuer

"Deaktivierungsgebühren" nun auch im Festnetz

01019 Telefondienste berechnet 99 Mark für Anschluss-Abschaltung

Eine Leserin schickte uns ein gescanntes Schreiben der 01019 Telefondienste GmbH, der Tochter der MobilCom AG, die das Festnetzgeschäft betreibt. In diesem werden der Leserin 99 Mark "Kosten der Kündigung" in Rechnung gestellt. Vorher hatte die Leserin einen Vollanschluss bei MobilCom inklusive ISDN-Flatrate genutzt.

Damit liegt der Redaktion erstmalig ein Beispiel vor, dass die aus dem Mobilfunkbereich bekannten Deaktivierungsgbühren nun auch im Festnetz berechnet werden. Das Problem dieser Gebühren ist, dass diese einen direkten Vergleich der Gesamtkosten von zwei Handyvertragen oder zwei Festnetz-Anschlüssen bei unterschiedlichen Anbietern erschweren, da man sie leicht vergisst. Im vorliegenden Fall wird der Vergleich sogar faktisch unmöglich gemacht. Denn die entsprechende Seite [Link entfernt] im Online-Shop von MobilCom nennt zwar die Einrichtungs- und Grundgebühren für einen Ortsanschluss (39 Mark monatlich für ISDN, sowie 49 Mark einmalig bei einer Laufzeit von 12 Monaten), sagt aber nichts über eventuelle Folgekosten bei Kündigung oder Vertragsbeendigung.

Die Leserin war besonders empört darüber, dass sie auch an anderer Stelle (AGB, Vertragsunterlagen) nichts über die Deaktivierungsgebühren finden konnte. Für sie kamen diese somit aus heiterem Himmel.

Zum Vergleich: Festnetz-Anschlüsse der Deutschen Telekom lassen sich innerhalb weniger Tage kündigen. Wird der Anschluss während eines laufenden Monats abgeschaltet, wird auch die Grundgebühr mit der Schlussrechnung anteilig zurückerstattet. Gebühren für die Abschaltung gibt es keine.

Über Deaktivierungsgebühren im Mobilfunkbereich ist zur Zeit ein Verfahren beim Bundesgerichtshof anhängig, da verschiedene Gerichte in dieser Sache bisher unterschiedlich geurteilt hatten. Der Rat der Redaktion ist daher, Deaktivierungsgebühren zur Zeit nur unter Vorbehalt zu zahlen, auch bei Festnetz-Anschlüssen.