VerTauscht

TelDaFax: Im Schatten des Bankrotts

World Acces der Hauptanteilseigener von TelDaFax ist in finanziellen Schwierigkeiten; Aktientausch bereits abgeschlossen
Von dpa / Edward Müller
Kommentare (479)
AAA
Teilen

Der Hauptaktionär der TelDaFax Aktiengesellschaft - World Access - steht offenbar vor dem Bankrott. Dies berichtet zumindest das Manager Magazin in seiner Online-Ausgabe. Demnach habe World Access-Vorstandschef John Phillips bereits am Dienstag Abend gesagt, die Aktiengesellschaft erwäge ein sogenanntes "Chapter 11"-Verfahren, das dem deutschen Insolvenz-Prozedere entspreche. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass die Ergebnisse für das vierte Quartal vermutlich "signifikant" unter den Erwartungen lägen, berichtet das Manager Magazin Online.

Von einer möglichen Pleite wären vor allem die früheren TelDaFax-Aktionäre betroffen, die inzwischen ein Übernahmeangebot von World Access angenommen haben. Das amerikanische Telekom-Unternehmen hatte vor knapp einem Jahr angekündigt, man wolle eine Mehrheitsbeteiligung an dem Marburger Unternehmen erwerben. Die Transaktion sollte in mehreren Schritten erfolgen, zuerst stand die Übernahme eines 33-Prozent-Pakets von Apax Partners an. Den übrigen Aktionären sei ein Umtausch gegen Stammaktien von World Access angeboten worden, schreibt das Manager Magazin Online weiter.

Nach dem Übernahmeangebot sei jedoch der Aktienkurs des US-Telekomunternehmens deutlich eingebrochen. Am Dienstag gab das Papier im freien Fall an der NASDAQ um mehr als 60 Prozent auf 0,25 US-Dollar nach. Auch die Aktie der am Neuen Markt notierten TelDaFax rutschte am Dienstag bei - so das Manager Magazin Online - "ungewöhnlich hohen Umsätzen" auf unter einen Euro.

Die Rücktrittsfrist für die TelDaFax-Aktionäre sei nach Auskunft des Manager-Magazins am 23. März abgelaufen. Inzwischen halte World Access um die 70 Prozent an TelDaFax, da viele Aktionäre von dem Umtauschangebot Gebrauch gemacht hätten.

Der TelDaFax-Vorstand fühlt sich indes getäuscht und prüft nach eigenen Worten rechtliche Schritte gegen World Access.

Teilen