Netz

Callrunner: Internettelefonie ohne PC

Kleines Multitalent auch als Internet-Router oder verteilte Telefonanlage verwendbar

Mit dem "Callrunner" stellte die I-P-Tel GmbH gestern abend auf der CeBIT ein wahres Multitalent vor. Die Box wird zwischen ISDN-Anschluss und ISDN-Telefonanlage geschaltet. Der Nutzer muss nur noch die Zugangsdaten seines Internet-Providers eingeben, und kann dann sofort über das Netz telefonieren. Headset, spezielle Software, geeignete Soundkarte - die sonst genannten Voraussetzungen entfallen.

I-P-Tel arbeitet darüber hinaus mit dem Carrier 3U Telekommunikation zusammen. Das ermöglicht Callrunner-Nutzern, auch dann die Internettelefonie zu verwenden, wenn der Angerufene nur über das "normale" Telefonnetz erreichbar ist. Ein Gespräch innerhalb Deutschlands kostet dann beispielsweise 4,9 Pfennig pro Minute. Zwar gibt es Internetgespräche nach Deutschland woanders auch kostenlos, aber den Nulltarif erkauft man dort jeweils mit Werbeeinblendungen. Ruft man auf diesem Weg einen anderen Callrunner-Nutzer an, wird das Gespräch sogar komplett über das Internet geleitet. Weltweit bezahlt man dann nur noch 1,9 Pfennig pro Minute für die Nutzung des Backbones von 3U.

Der Callrunner verfügt auch über einen Ethernet-Anschluss, so dass der Zugang zum Internet nicht nur über ISDN, sondern auch über DSL möglich ist. In diesem Fall kann der freie ISDN-Port des Callrunners auf "intern" geschaltet werden, so dass dann sogar vier Telefonverbindungen über das Gerät möglich sind. Über den Ethernet-Anschluss können auch weitere Callrunner zu einer Art "virtuellen Telefonanlage" zusammengeschaltet werden.

Die Sprachqualität war bei Tests gut, auch wenn man die zusätzliche Verzögerung durch die IP-Umsetzung bei einem Anruf zu einem Handy deutlich spürte. Bei reinen Festnetzverbindungen dürfte dieses jedoch nicht so störend auffallen.

Der Endkundenpreis steht noch nicht fest, dürfte sich aber in der Größenordnung von 400 Mark bewegen.