Gigant

Konzerne müssen ihre Netze für Internet-Konkurrenz öffnen

US-Kartellbehörde segnet Fusion von AOL und Time Warner ab
Von AFP / Marie-Anne Winter

Die US-Kartellbehörde FTC hat am Donnerstag endgültig grünes Licht für die Fusion des Online-Dienstes America Online (AOL) mit der Mediengruppe Time Warner gegeben. Damit entsteht der größte Medienkonzern der Welt. Nach Informationen der US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" verpflichteten sich die Fusionspartner gegenüber der Federal Trade Commission, ihre Kabelnetze für Internet-Konkurrenten zu öffnen. Vermutlich wurde der Segen der Wettbewerbshüter durch diese Zugeständnisse erkauft.

Die Europäische Kommission hatte die Fusion im Oktober unter der Auflage genehmigt, dass AOL "sämtliche bestehenden strukturellen Verbindungen" zum deutschen Medienkonzern Bertelsmann löst. Betroffen waren unter anderem die mit Bertelsmann gemeinsam gehaltenen Unternehmen AOL Europe und AOL Compuserve France. Eine ebenfalls geplante Verschmelzung der Sparte Warner Music mit dem britischen Musikkonzern EMI war zudem am Widerstand der Brüsseler Kommission gescheitert. Brüssel hatte befürchtet, dass EMI und Warner Music vor allem beim Vertrieb digitaler Musik über das Internet eine marktbeherrschende Stellung einnehmen würden.