Verknotet

Neue Interconnection-Regelung im Detail bekannt

Dröges Amtsdeutsch offenbart Einführungstermin und drei Tarifzonen
Von Frank Rebenstock

Wie Teltarif heute bereits berichtete, hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Rahmenbedingungen für die Netzzusammenschaltung (Interconnection) geändert. Hierzu liegen uns nun alle Informationen der RegTP vor, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:

Die Neuregelung gilt für den Zeitraum vom 1. Februar 2001 bis zum 31. Mai 2003. Für einen Übergangszeitraum bis zum 31. Mai 2001 ändert sich de facto erstmal nichts. Erst ab dem 1. Juni 2001 wird die Neuregelung der Interconnection-Gebühren angewendet: Die an die Deutsche Telekom abzuführenden Entgelte werden dann auf Basis der in Anspruch genommenen Netzknoten - und nicht mehr entfernungsabhängig - berechnet.

Im Gegensatz zu der von der RegTP und und ihren wissenschaftlichen Beratern als ineffizient angesehenen Drei-Ebenen-Struktur des Telekom-Netzes (vergleiche Grafik) folgt die neue Entgeltstruktur einer Zwei-Ebenen-Netz-Logik: Diese besteht aus 475 lokalen Knoten und 23 Hauptverbindungspunkten, die das gesamte Bundesgebiet abdecken. Die viermonatige Übergangsfrist soll sowohl der Telekom, als auch den Wettbewerbern ermöglichen, sich der neuen Struktur anzupassen.

In die Tarifzone I (Lokalzone) fallen Verbindungen in den und aus dem lokalen Einzugsbereich eines der 475 Zusammenschaltungspunkte. Dieser Tarif kommt überall zur Anwendung, wo ein Wettbewerber mit der Telekom zusammengeschaltet ist. Pro Gesprächsminute gehen Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr 1,24 Pfennig, in der übrigen Zeit 0,83 Pfennig als Interconnection-Gebühr an die Telekom. Ein Wettbewerber, der mit allen von der Telekom bestimmten 475 lokalen Einzugsbereichen zusammengeschaltet ist, kann alle Gespräche zum niedrigsten Interconnection-Tarif abrechnen.

Ferngespräche, die über einen der 23 Hauptverbindungsknoten geführt werden, kosten die Wettbewerber in der Tarifzone II (Single Transit) 1,9 Pfennig pro Gesprächsminute in der Hauptzeit und 1,24 Pfennig in der Nebenzeit. Um alle Teilnehmer zur zweiten Tarifstufe zu erreichen, ist eine Zusammenschaltung mit dem Telekom-Netz an allen 23 Hauptknoten erforderlich.

Der vorliegende Beschluss wurde auf Antrag von Mannesmann Arcor erwirkt, deren eigenes Leitungsnetz groß genug ist, um auf Telekom-Leitungen zwischen den 23 Hauptknoten verzichten zu können. Für kleinere Anbieter, die auf Verbindungen über zwei Hauptvermittlungspunkte der Telekom angewiesen sind, hat die RegTP vorsorglich schon fertige Tarife in der Schublade. Diese können dann auf Antrag sofort angeordnet werden: In der Tarifzone III (Double Transit) fallen in der Hauptzeit pro Minute 2,99 Pfennig und in der Nebenzeit 1,96 Pfennig Interconnection-Gebühren an.