Kontrolle

Presse: Telekom will Einfluss auf allen politischen Ebenen verstärken

Mitarbeiter mit politischen Funktionen sollen ausfindig gemacht werden
Von Steffen Pospischil

Das Hamburger Magazin "stern" schreibt in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass in der Spitze der Deutschen Telekom offenbar daran gearbeitet wird, den Einfluss des Konzerns auf allen politischen Ebenen zu verstärken. In einem Papier wurden Direktoren und Abteilungsleiter aufgefordert, unter den mehr als 170.000 Mitarbeitern des Unternehmens diejenigen ausfindig zu machen, die "Mandate in Parlamenten (Bundestag, Landtag, Kommunalparlamente) oder sonstige politische Funktionen" innehätten. In einer "Einverständniserklärung" sollen die Mandatsträger ihre Zustimmung dazu geben, dass ihre politische Funktion im Zentralbereich Ordnungs- und Wettbewerbspolitik gespeichert wird.

"Dieses bislang ungenutzte Potenzial" könne helfen, "um unsere unternehmensstrategischen Botschaften zu platzieren", heißt es in dem Schreiben weiter. Telekom-Mitarbeiter mit einem politischen Mandat könnten als "Multiplikatoren dienen, indem sie unsere Positionen in die jeweiligen politischen Gremien einbringen". Auch sollen sie nach den Vorstellungen des Unternehmens "eine Art Frühwarnfunktion ausüben, in dem sie auf relevante Themen, die in den Gremien diskutiert werden, aufmerksam machen". Ein "kontinuierlicher Meinungsaustausch" zwischen den Mandatsträgern und der Unternehmensleitung soll durch "regelmäßige Mandatsträgerkonferenzen etabliert werden".