Ausstieg

Hutchison steigt aus E-Plus-Konsortium aus

"Kleine" UMTS-Lizenz ist zu teuer - ersteigerte Frequenzblöcke nicht ausreichend
Von AFP / Steffen Pospischil
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Nach dem milliardenschweren Zuschlag bei der Mainzer Mobilfunk-Auktion steigt der Hongkonger Konzern Hutchison aus dem UMTS-Konsortium mit dem deutschen Anbieter E-Plus aus. In einer am Freitag verbreiteten Mitteilung nannte Hutchison die hohen Preise für den Markteintritt und den geringen Umfang der Lizenz als Grund. Die Bietergemeinschaft E-Plus/Hutchison hatte am Vortag für rund 16,4 Milliarden Mark eine so genannte kleine Lizenz für ein UMTS-Mobilfunknetz in Deutschland ersteigert. Mit dem Ausstieg von Hutchison hält der niederländische Mobilfunkanbieter KPN Mobile, Mehrheitseigner von E-Plus, alle Anteile an dem Konsortium. KPN zeigte Verständnis für den Abgang des Partners. Die Hutchison-Aktien gaben nach; Analysten sahen Unsicherheiten über die Firmenstrategie.

Hutchison-Whampoa-Geschäftsführer Canning Fok erklärte, KPN Mobile sei nun in einer guten Position, um ein Hochleistungs-UMTS-Netz in Deutschland zu betreiben. Für Hutchison als Neuling auf dem Markt wären dagegen die Lizenzkosten höher als vorhergesehen. Die Gruppe habe zudem eine "große" Lizenz mit drei Frequenzblöcken zu insgesamt 15 Megahertz ersteigern wollen; die zugeteilte Zehn-Megahertz-Frequenz aus zwei Blöcken sei "nicht ausreichend". Der Ausstieg sei "das Beste für beide Seiten". Hutchison halte an seinem Ziel fest, ein paneuropäisches UMTS-Geschäft aufzubauen.

Der Rückzug aus dem deutschen Markt wird die Finanzlast von Hutchison Whampoa reduzieren", betonte er. Hutchison habe nun eine größere Chance, sich bei UTMS in Italien durchzusetzen. Das Unternehmen stieg zuletzt mit 51 Prozent beim italienischen Konsortium Andala ein.

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