Sonnenbrand

Sonnet: Offizielle Stellungnahme zu den Kündigungsfällen

Überprüfung von E-Mails erbrachte Anhaltspunkte für Missbrauch
Von Frank Rebenstock

Der Onlinedienst Sonnet wird in den nächsten Tagen einigen Nutzern wegen Missbrauchs der Leistungen kündigen. Ein Teil der betreffenden Accounts ist bereits gesperrt, die schriftliche Kündigung in den meisten Fällen auf dem Postweg.

Um missbräuchliche Nutzung langfristig zu verhindern, hat Sonnet seit Markteintritt am 1. Juni das Nutzungsverhalten seiner Kunden aufmerksam beobachtet. Jetzt zieht das Dortmunder Unternehmen Versatel erstmals Konsequenzen und kündigt ausschließlich solchen Nutzern, die gegen die AGB verstoßen haben. "Wir haben beim Monitoring verschiedenartige Vertragsverletzungen festgestellt", so der Marketing Manager Windmüller, "es sind zwei Konstellationen Grund für eine Kündigung". Zum einen erfolgt bei der "gewerblichen" Nutzung die Kündigung. Indikatoren hierfür liegen vor, wenn eine Firma als Nutzer oder sogar als Kontoinhaber auftaucht und natürlich auch beim Versand von Werbemails über den Sonne-Account. Zum anderen liegt bei der unerlaubten Mehrfachnutzung ein Kündigungsgrund vor. Diese kann sowohl bei Kanalbündelung als auch bei der Nutzung mehrerer Rechner über einen Account vorliegen. "Teilweise hatten wir Nutzungszeiten von mehr als 24 Stunden pro Tag. Auch in diesen Fällen haben wir zunächst nur beobachtet. Das heißt, wir kündigen erst, wenn der Missbrauch nicht nur ein- oder zweimal, also evtl. versehentlich geschieht, sondern häufiger bis regelmäßig festgestellt wurde", so Windmüller weiter.

Das Unternehmen verschickt die schriftlichen Kündigungen mit Angabe des Kündigungsgrundes sowie einer Kontaktadresse bei Einwänden in diesen Tagen. Dazu Windmüller: "Um weiterhin Angebote auf hohem Serviceniveau bieten zu können, müssen wir uns im Interesse aller ehrlichen Nutzer gegen den Missbrauch wehren. In jedem der Kündigungsfälle liegt ein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor - die Unterstellung, Sonne würde "unbequeme User" kündigen, die einfach zu viel Onlinezeit verursachten, ist völlig aus der Luft gegriffen."

Die offizielle Pressemeldung aus dem Hause Versatel bestätigt, was Teltarif bereits gestern über Sonnet berichtet hat. Dem stehen zahlreiche Aussagen betroffener User gegenüber, die versichern, nie in der von Sonnet dargelegten Weise gegen die AGB verstoßen zu haben, sondern lediglich als "Poweruser" den Dienst zeitintensiv zu nutzen. Es bleibt also abzuwarten, wie Sonnet mit diesen "unbequemen Usern" weiterhin verfahren wird. Auch hoffen wir, dass das von Herrn Windmüller beschriebene, allem Anschein nach sehr aufwendige "Monitoring" die Datenschutzrechte der verbleibenden Nutzer unangetastet lässt und E-Mails nicht von Sonnet-Mitarbeitern gegengelesen werden, um diese auf "gewerblichen" Charakter zu überprüfen.