Bedingung

Auflagen für Vodafone-Mannesmann-Fusion im Detail bekannt

Anderen Mobilfunkbetreibern muss Zugang zu eigenen Inter-operator Roaming-Tarifen und Großhandelsdiensten gewährt werden.
Von Christopher Paun / AFP
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Durch die Fusion mit Mannesmann ist es Vodafone möglich, seinen Kunden einen nahtlosen grenzüberschreitenden Mobilfunkdienst anzubieten. Hierzu erhielt die EU-Kommission zahlreiche Beschwerden und hat deshalb Vodafone verpflichtet, sein Netz auch Kunden fremder Mobilfunkbetreiber zu denselben Roaming-Gebühren zur Verfügung zu stellen, die auch für Kunden eines anderen Vodafone-Netzes gelten. Im konkreten Beispiel heißt das, dass ein T-D1-Kunde im englischen Vodafone-Netz nicht mehr Roaming-Gebühren zahlen darf als ein D2-Kunde. Diese Auflage soll eine marktbeherrschende Stellung von Vodafone verhindern. Vodafone muss zudem Service Provider zulassen, die dann ebenfalls solche Dienste Anbieten können, indem sie Telefonminuten zum Rabattpreis einkaufen und zu eigenen Preisen an Endkunden weitergeben. Call by Call ist entgegen unserer Vermutung vom Vormittag offensichtlich nicht dabei.

Diese Regelung ist allerdings auf drei Jahre beschränkt, da Wettbewerber aller Wahrscheinlichkeit nach versuchen werden, alternative Infrastrukturen mit neuer UMTS-Technik aufzubauen. Endgültig hingegen ist die Entscheidung, dass der britische Mobilfunkanbieter Orange mit allen Töchtern verkauft werden muss. Dadurch wird verhindert, dass Vodafone auf dem britischem und belgischem Markt eine beherrschende Stellung einnimmt. Laut EU-Kommissar Monti könnte Orange gut allein stehen. Doch es erscheint wahrscheinlicher, dass Orange an France Telecom oder die niederländische KPN verkauft wird.

Vofafone-Chef Gent erklärte in London, alle Bedingungen anzuerkennen. Damit steht der Fusion nichts mehr im Weg. Er freue sich darauf, "mit der Integration der beiden Unternehmen voranzukommen". Er soll nach bisheriger Tagesordnung bereits am Montag den Vorsitz im Mannesmann-Aufsichtsrats übernehmen, um wichtige Entscheidungen direkt beeinflussen zu können.

Bei Mannesmann hieß es, die bislang abgegebenen Versprechen, im Zuge der Fusion keine zusätzlichen Arbeitsplätze abzubauen und Düsseldorf als zweite Europazentrale neben dem Vodafone-Firmensitz in Newbury zu erhalten, seien nach wie vor gültig. Jetzt müssten Integrationsteams eingesetzt werden. Im Unternehmen herrsche eine "neutrale, vernünftige Stimmung", berichtete Konzernsprecher Manfred Söhnlein. Betriebsratschef Jürgen Ladberg sagte, die Belegschaft müsse sich nun "an den neuen Besitzer gewöhnen". Er bescheinigte Esser, in der mehrmonatigen Übernahmeschlacht "echt gekämpft" zu haben.

Bei der Mobilfunktochter D2-privat und der Festnetztochter Arcor soll der Name Mannesmann künftig erhalten bleiben, ebenso bei Atecs. Bei Arcor und der italienischen Mannesmann-Festnetztochter Infostrada ist noch unklar, ob sie im Konzern verbleiben oder im Zuge der Konzentration auf den Mobilfunk ebenfalls verkauft werden.

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