Galgenfrist

Aus für Iridium?

US-Gerichte wollen bis 15. März Finanzplan sehen
Von Volker Schäfer
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Dem erst am 1. November 1998 kommerziell gestarteten Satellitentelefonnetz Iridium droht das Aus. Nachdem ursprünglich Investoren zur Finanzierung des Netzbetriebs bis Mitte des Jahres gefunden wurden, die dann wieder abgesprungen sind, sicherte das amerikanische Mobilfunkunternehmen Craig McCaw's Eagle River Instruments eine Zwischenfinanzierung bis 7. März. Ende Februar/Anfang März wollte McCaw ein Übernahmeangebot für das einzige weltweit flächendeckende Handynetz vorlegen.

Ende letzter Woche teilte McCaw überraschend mit, kein Kaufangebot vorzulegen, wodurch Iridium in Zugzwang geraten ist. Bis 15. März muss nun ein Finanzierungsplan vorgelegt werden. Ansonsten droht am 17. März ab 12.00 Uhr Eastern Standard Time (18.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit) die Abschaltung des Netzes zumindest für Privatkunden.

Denkbar ist, dass der Netzbetrieb für militärische Zwecke aufrecht erhalten wird und dass sich zu einem späteren Zeitpunkt ein Käufer für die Konkursmasse - immerhin 66 funktionstüchtige Satelliten - findet. Dieser könnte die Vermarktung für Privatkunden wieder aufnehmen. Allerdings ist in jedem Fall Eile geboten. Die Satelliten haben nämlich eine Lebensdauer von nur rund fünf Jahren. Das heißt, es müssen sobald wie möglich die Satelliten zweiter Generation in Auftrag gegeben werden, um einen unterbrechungsfreien Betrieb zu garantieren.

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