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Mannesmann/Vodafone: Joker im Übernahmekampf

Mannesmann mit zweistelligen Zuwachsraten im Mobilfunkgeschäft - Vodafone plant mobile Internetplattform.
Von Andreas Schlebach

Im Übernahmekampf zwischen Mannesmann und Vodafone präsentieren beide Konzerne neue Zahlen und Projekte, um die Aktionäre zu überzeugen. Diese haben bis zum 7. Februar Zeit, das Übernahme-Angebot des britsch-amerikanischen Mobilfunkbetreibers anzunehmen.

Nach Angaben von Mannesmann ist der Kundenbestand der im Oktober übernommenen britischen Mobilfunk-Tochtergesellschaft Orange innerhalb eines Jahres von 2,2 auf 4,9 Millionen gestiegen. Allein im letzten Quartal 1999 sind 1,4 Millionen Neukunden hinzu gekommen.

In Deutschland verzeichnet das Düsseldorfer Unternehmen mit seiner Mobilfunktochter D2 als Marktführer einen Kundenbestand von 9,5 Millionen Teilnehmern. Zusammen mit den rund 10 Millionen Teilnehmern der italienischen Mehrheitsbeteiligung Omnitel verfügt der Konzern über mehr als 24  Millionen Kunden und rangiert demnach an der Spitze der europäischen Mobilfunkbetreiber.

Für das laufende Jahr sieht Vorstandschef Klaus Esser laut der "Börsenzeitung" finanziell "Raum für weitere Expansionsschritte" durch den für Juli geplanten Börsengang der Konzernsparte Engineering und Automotive. Oberste Priorität habe für Mannesmann das schnellere Wachstum des Datengeschäfts, sagte Esser. Noch im Januar sollen integrierte Produkte für den Zugang zum Internet über Mobilfunk und Festnetz vorgestellt werden.

Mit den Zahlen reagierte Esser auf die Ankündigung von Herausforderer Vodafone, die bessere Internetstrategie zu haben. Mitte Januar will Vodafone eine neue mobile Internetplattform präsentieren, die im Sommer des Jahres installiert werden soll. Diese soll schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen, eine einheitliche Bedienoberfläche für Handy, Laptop oder Palmtop bieten und alle Funktionen des mobilen E-Commerce ermöglichen, sagte Vodafone-Chef Chris Gent der "Wirtschaftswoche". Die Plattform soll aber nur Gesellschaften zur Verfügung stehen, an denen Vodafone Airtouch mehrheitsbeteiligt ist, heißt es. Damit würde Vodafone die bislang im europäischen Mobilfunkmarkt üblichen offenen Standards möglicherweise unterlaufen.

Fazit: Die Werbetrommeln beider Konzerne drehen sich weiter auf vollen Touren. Vor Ablauf der Angebotsfrist dürften die Aktionäre noch mehr solcher "Entscheidungshilfen" an die Hand bekommen.