Eigentümer - Wechsel

E-Plus: Kommen und Gehen

E-Plus bekommt neuen Anteilseigner. Vodafone muß aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ihren Anteil abgeben, VEBA und RWE wollen richtiges Geld sehen.

Das Rätselraten um den neuen Anteilseigner von E-Plus soll in dieser Woche ein Ende haben. Der bisherige britische Miteigentümer Vodafone Group aus London will bis dahin seinen Anteil von 17,2 Prozent an dem deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber abstoßen. Die Engländer müssen bei E-Plus raus, um möglichen kartellrechtlichen Verwicklungen aus dem Weg zu gehen, seit sie Ende Mai das US-Unternehmen AirTouch übernommen hatten. Da den Briten durch diese Fusion jetzt auch 34,8 Prozent an D2-Betreiber Mannesmann Mobilfunk gehören, hätten die Wettbewerbshüter womöglich die Notbremse gezogen. Vodafone ist eigenen Angaben zufolge die führende Mobilfunk-Gesellschaft in Großbritannien. Sie hatte 1998 ihren Gewinn vor Steuern um 44 Prozent auf 2,8 Milliarden Mark erhöht. Durch den Zusammenschluß mit AirTouch ist eine global operierende Mobilfunkgesellschaft mit rund 29 Millionen Kunden in 23 Ländern entstanden.

Die beiden deutschen E-Plus-Mitanteilseigner VEBA und RWE dagegen setzen auf Zeit, da sie an einem möglichst hohen Preis für ihre Mobilfunktochter interessiert sind. Trotz hartnäckiger Dementis halten sich die Gerüchte, wonach die beiden Energieriesen ihren 60-prozentigen Anteil an E-Plus ebenfalls abstoßen wollen. Der Moment scheint günstig. Angeblich interessieren sich mehrere potentielle Käufer - wie France Télécom und die Swisscom - für die deutsche Firma, die nach Expertenmeinung rund 20 Milliarden Mark wert ist.

Die Deutsche Telekom hatte vor kurzem 30 Milliarden Mark für die weit schwächere britische Mobilfunkgesellschaft One-to-One geboten und damit die Preislatte für Mobilfunkunternehmen deutlich angehoben.