Internet für alle

Erster Testflug für Internet-Drohne Aquila

Facebook meldet den erfolgreichen Testflug seiner Internet-Drohne Aquila. Die Solar-Drohne soll Internet in entlegene Regionen in aller Welt bringen.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Die Internet-Drohne Aquila soll Internet-Zugänge in entlegene Regionen bringen. Inzwischen hat die mit Sonnenenergie betriebene Drohne ihren ersten Flug absolviert. Wie Facebook in einem Blogeintrag mitgeteilt hat, blieb Aquila 96 Minuten in der Luft. Die Drohne mit der Flügel-Spannweite einer Boeing 737 habe dabei auf der Reiseflughöhe 2000 Watt Strom verbraucht.

Die mit Solar-Fluggeräte sollen nach den Vorstellungen von Facebook monatelang in einer Höhe von bis zu 27 Kilometern kreisen und Signale für schnelle Internet-Verbindungen zur Erde schicken. Beim Jungfernflug sei die Drohne in niedriger Höhe getestet worden, hieß es. Im regulären Betrieb solle der Stromverbrauch bei 5 000 Watt liegen.

Das Projekt ist Teil von Facebooks Plan, Milliarden Menschen ohne Internet-Zugang schneller ins Netz zu holen.

Gute Idee, aber es gibt berechtigte Kritik

Die Facebook-Drohne Aquila soll Internet-Zugang in entlegene Regionen bringenDie Facebook-Drohne Aquila soll Internet-Zugang in entlegene Regionen bringen Einerseits durchaus eine ehrenwerte Idee, denn laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Fermeldeunsion (ITU) verfügt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung noch immer über keinerlei Zugang zum Netz der Netze und den dort vorhandenen Informationen und Diensten. Die meisten dieser Menschen leben in Afrika, Asien und der Pazifikregion.

Trotzdem wird die Facebook-Initiative in einigen Ländern wie Indien abgelehnt, weil Vorteile für einzelne Online-Dienste - wie Facebook selbst - befürchtet werden. Das Facebook-Angebot Internet.org sei eben nicht das Internet, betonen Kritiker immer wieder, sondern stelle den Nutzern nur eine Auswahl von Diensten zur Verfügung, die Facebook zusammenstelle. Und Facebook sei keineswegs neutral.

Facebook selbst will die Erfahrungen aus diesem Testflug in den kommenden Monaten nutzen, um Aquila weiter zu entwickeln. Der nächste Schritt sei, den derzeitigen Rekord für die Flugdauer eines unbemannten Solarflugzeugs zu übertreffen, der derzeit bei zwei Wochen liege. Aquila soll bis zu drei Monate in der Luft bleiben können. Jetzt ginge es auch darum, mit Netzbetreibern, Regierungen und weiteren Partnern Konzepte zu entwickeln, wie man Aquila möglichst effektiv einsetzen könne.

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