AppStores

Gefahren durch Smartphone-Apps

Das sollten Sie als Nutzer unbedingt beachten
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Apps auf dem Smartphone sind heute selbstverständlich. Während auf gewöhnlichen Handys vor allem Spiele beliebt waren, die bei einer verfügbaren Internetverbindung maximal die aktuellen Highscores ins Internet sendeten, können aktuelle Apps viel mehr. Teilweise arbeiten sie sogar, vom Nutzer unbemerkt, im Hintergrund. Dabei profitieren die Softwareentwickler von schnellen Internetverbindungen und von den AppStores der Anbieter.

Gefahren durch Smartphone-AppsApps als Stromfresser Im AppStore fürs iPhone finden sich bereits über 300 000 Programme, für Android stehen immerhin 130 000 zur Verfügung. Aber auch die BlackBerry App World oder der Windows Phone Marketplace wachsen, ebenso Nokias Ovi Store. Das führt dazu, dass die Übersichtlichkeit stark abnimmt und viele Nutzer Programme installieren, ohne sich näher zu informieren, welche Möglichkeiten Sie der App im Hintergrund einräumen. Findige Programmierer nutzen das aus, etwa, um Abos zu verkaufen oder an persönliche Daten des Smartphone-Besitzers zu kommen. Wir zeigen Ihnen, wo Fallen lauern, wie Apps ein Smartphone beeinflussen können und wie Sie sich schützen.

Banner-Werbung: Per Klick zum Abo

Viele Programme aus den AppStores der Anbieter, insbesondere Spiele, finanzieren sich über Banner-Werbung. Dies geht soweit, dass so manches Spiel als eine Lite-Version kostenfrei, dafür aber mit ständig wechselnden Werbeeinblendungen zum Download angeboten wird. Für die Vollversion werden zumeist einige Euro fällig, dafür ist sie werbefrei.

Zunächst laden viele Interessenten zum Ausprobieren allerdings die Lite-Version herunter oder sind nicht bereit, den angegebenen Preis für die Vollversion zu zahlen. Manche Entwickler bieten ihre Programme auch gar nicht werbefrei an. Während des Spielens verdeckt dann ein Werbebanner einen kleinen Teil des Displays. Das ist erst einmal nicht weiter störend, kann aber zu Fehleingaben führen – etwa bei Spielen, die schnelle Aktionen erfordern, zum Beispiel ständiges Wischen über den Touchscreen.

Nicht alle Banner führen sofort in eine Abofalle. Die Programmierer setzen meist auf Werbe-Software wie Admob. Auf die gezeigte Werbung haben sie also keinen Einfluss. Manchmal zeigt Admob nur einen Link ins Internet oder eine Verknüpfung zum AppStore an. Beim Drücken auf den Banner öffnet sich dann der Browser oder der AppStore. Manchmal pusht Admob aber auch Werbebanner für Content-Abonnements aufs Smartphone. Tippt der Nutzer nun auf das Bild, startet eine WAP-Seite und die Identifikationsnummer der SIM-Karte wird übertragen. In vielen Fällen muss der Nutzer nichts weiter tun, um ein Abo abzuschließen. Mit der SIM-Nummer kann der Content-Anbieter nun über den Mobilfunk-Provider den Kunden identifizieren und schließlich das Abo über die Mobilfunkrechnung abrechnen.

Ob sich hinter einem Banner schlichte Werbung oder eine Abofalle versteckt, lässt sich nicht erkennen. Im Zweifelsfall sollten Sie daher keine Banner anklicken. Tappen Sie dennoch in eine Abofalle, sollten Sie sich zunächst an Ihren Mobilfunkanbieter wenden und gegebenenfalls das WAP-Bezahlverfahren sperren lassen. Dies ist allerdings nur bei der Telekom, bei Vodafone und (eingeschränkt) auch bei E-Plus möglich.

Akkuverbrauch: Apps ziehen viel Strom

Beim Stromverbrauch von Apps sind zwei Möglichkeiten zu unterscheiden. Erstens: Ein Programm braucht im direkten Betrieb selbstverständlich den meisten Strom. Handelt es sich um ein Spiel (insbesondere um 3D-Spiele), steigt der Verbrauch um etwa das doppelte an. Das bedeutet: Selbst mit vollem Akku können Sie viele Spiele nicht über mehrere Stunden spielen. Diesen Stromverbrauch können Sie natürlich direkt beeinflussen, indem Sie das Programm schließen.

Tückischer sind Apps, die im Hintergrund laufen und deren Aktivität sich auf den ersten Blick nicht erschließt. Smartphone-Betriebssysteme wie Android, Symbian, webOS oder Windows Mobile unterstützen dies uneingeschränkt (Multitasking), iOS (iPhone) und das neue Windows Phone 7 gehen einen etwas anderen Weg. Diese beiden Systeme bieten Multitasking nur für bestimmte Anwendungen an, andere Programme werden bei Verlassen vollständig geschlossen. Echtes Multitasking sieht aber anders aus und schränkt den Nutzer auch weniger ein. Das muss allerdings nicht immer positiv sein, denn durch versteckt laufende Programme sinkt die Standbyzeit. Meist handelt es sich dabei um Programme wie Taskmanager, animierte Desktophintergründe, Dateimanager oder um Anwendungen, die ständig mit dem Internet verbunden sind – zum Beispiel, um Facebook- oder Twitter-Updates zu empfangen.

Beobachten Sie nach der Installation eines neuen Programms also genau, ob sich der Akkuverbrauch ändert. Geht der Akku deutlich schneller in die Knie, sollten Sie das Programm nach Benutzung manuell schließen. Oft funktioniert dies über die Menütaste des Handys. Einige, meist schlampig programmierte, Apps ermöglichen das vollständige Schließen aber nicht. Dann sollten Sie sich einen Taskmanager installieren. Im Regelfall ist dieser aber nicht nötig, da Android & Co. ein recht ordentliches Taskmanagement von Haus aus mitbringen und gegebenenfalls Programme automatisch beenden.

Hoher Speicherbedarf: Apps belegen viel Platz

In den AppStores geben die Entwickler den Speicherplatz an, den eine Anwendung auf dem Smartphone belegt. iPhone, Android (ab Version 2.2) und Windows Phone 7 haben keine Probleme damit, riesige Mengen von Apps zu verdauen, denn der Speicherplatz ist entweder sehr groß oder die Apps lassen sich auf die Speicherkarte auslagern. Anwender von manch anderem Betriebssystem müssen sich über feste Speicherzuordnungen ärgern. Selbst Android-Topmodelle wie das Sony Ericsson Xperia X10, die noch auf älteren Versionen als 2.2 laufen, müssen mit begrenztem Speicher für Apps auskommen. Beim X10 zum Beispiel sind es nur etwas über 200 MB. Das kann, gerade bei vielen installierten Spielen, schon knapp werden.

Nachdem der Speicherplatz nicht mehr eine derart große Rolle spielt wie in Zeiten, als Speicherkarten entweder gar nicht vorhanden oder sehr teuer waren, machen sich wenige Entwickler Gedanken um den Speicherbedarf ihrer Apps. Gerade Spiele belegen gerne zehn MB und mehr. Für den Anwender bleiben es nur zwei Möglichkeiten: Unnötige Apps deinstallieren oder zu einer Plattform wechseln, die eine Installation auf einer Speicherkarte erlaubt oder genügend internen Speicher mitbringt.

Wie sich manche Anwendungen auf die Daten-Tarife auswirken und was in Sachen Datenschutz beachtet werden sollte, lesen Sie in der folgenden Seite.

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