ausgespäht

US-Ermittler nehmen mutmaßliche Spionage-Apps unter die Lupe

Apps sind oft nicht so harmlos wie sie aussehen
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Spionieren Smartphone-Apps ihre Nutzer aus? US-Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen. Spionieren Smartphone-Apps ihre Nutzer aus? US-Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen.
Bild: fotolia
Smartphones sind inzwischen nichts anderes als sehr handliche und dabei leistungsfähige Computer, mit denen man unterwegs telefonieren kann. Aber während man bei seinem "richtigen Computer" zuhause durchaus bewusst ist, dass dieser vor Schadprogrammen wie Viren und Trojanern geschützt werden muss, ist dieses Bewusstsein bei Smartphone-Nutzern noch wenig ausgeprägt. Dabei greifen viele Apps, die sich derzeit großer Beliebtheit erfreuen, ganz selbstverständlich auf sensible Daten des Nutzers zu - zum Teil ist das für die jeweilige Anwendung nötig und durchaus gewollt, zum anderen Teil werden aber auch Daten abgefragt und eventuell auch weiter geleitet, die mit den gewünschten Funktionen der App überhaupt nichts zu tun haben. So kann man ein Smartphone mit einer harmlos erscheinenden Applikation dazu bringen, Kopien sämtlicher SMS an Dritte weiter zu leiten oder gar als Wanze seinen Nutzer auszuspionieren.

Spionieren Smartphone-Apps ihre Nutzer aus? US-Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen. Spionieren Smartphone-Apps ihre Nutzer aus? US-Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen.
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Auf die ungewollten Nebenwirkungen mancher kleinen Zusatzprogramme sind nach einem Bericht des Wall Street Journal auch US-Staatsanwälte aufmerksam geworden. Sie hegen den berechtigten Verdacht, dass Apps als Spionage-Werkzeuge eingesetzt werden können und sind deshalb tätig geworden. Die aktuellen Ermittlungen drehten sich darum, ob die Anbieter der sogenannten Apps gegenüber den Nutzern auch wirklich offenlegten, welche Art von Daten sie sammelten und warum, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine eingeweihte Person.

Mitteilsame Applikationen

Apps können zum Beispiel den aktuellen Standort übermitteln oder eine eindeutige Kennung versenden, anhand derer sich ein Smartphone wiedererkennen lässt. Damit lassen sich Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten ziehen, was vor allem für die werbetreibende Industrie höchst interessant ist. Beliebte Anwendungen dieser Art sind Google Latitude, Facebook Places oder Foursquare.

Die Werber können durch die Auswertung der übermittelten Daten ihre Botschaften besser auf die jeweiligen Nutzer abstimmen. Die meisten Apps gibt es für das Apple iPhone und die Android-Smartphones diverser Hersteller.

Aber es sind auch ganz andere App-Anbieter ins Visier der Ermittler geraten, bei denen man auf den ersten Blick nicht auf die oben genannte Form der Datensammlung kommen würde, etwa der Internet-Radio-Dienst Pandora, der ebenfalls Post vom Staatsanwalt bekommen hat., ist das Internetradio Pandora. Das berichtete Pandora am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Demnach verlangen die Ermittler Einblick in bestimmte Dokumente. "Wir sind darüber informiert worden, dass wir nicht das eigentliche Ziel der Untersuchungen sind", hieß es. Pandora geht deshalb nach eigenen Worten davon aus, dass auch andere App-Anbieter ähnliche Briefe erhalten haben.

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