Apple-Garantie

Verbraucherschutz: Vermarktung der Apple-Garantie rechtswidrig

"AppleCare Protection Plan" kann Verbraucher in die Irre führen
Von mit Material von dpa
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Verbraucherschutzverbände in Europa mahnen Apple ab: Der "AppleCare Protection Plan", die kostenpflichtige Garantie-Leistung des Herstellers kann nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Kunden in die Irre führen. Apple muss besser auf die gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungsrechte hinweisen.

Auf seiner Internet-Seite möchte der AppleCare Protection Plan die Käufer von Apple-Hardware dazu verleiten, den Standard-Support des Unternehmens kostenpflichtig zu verlängern. Für das iPhone beträgt der Standardsupport für Reparaturen ein Jahr, der Telefonservice kann 90 Tage nach dem Kauf in Anspruch genommen werden. Bezahlt der Apple-Kunde 69 Euro, verlängern sich beide Supportvarianten auf insgesamt zwei Jahre. Beim iPad gelten genau dieselben Zeiträume für Standard- und erweiterten Support, allerdings kostet der AppleCare Protection Plan 79 Euro. Das Servicepaket kann nur gekauft werden, solange die kostenlose einjährige Garantie noch gültig ist.

Verbraucherschutz: Vermarktung der Apple-Garantie rechtswidrigVerbraucherschutz: Vermarktung der Apple-Garantie rechtswidrig An dieser Praxis stören sich nun der vzbv und zehn weitere Verbraucherschutzverbände in ganz Europa. Die gesetzliche Gewährleistung gelte in der Europäischen Union unabhängig von einer Herstellergarantie "mindestens zwei Jahre ab Übergabe der Kaufsache". Hersteller, die eine eigene Garantie abgeben, müssten "einfach und verständlich auf die gesetzlichen Ansprüche hinweisen", erklärte der Verband. Diesen Anforderungen genügt die Aufmachung der Apple-Garantie nach Ansicht des vzbv nicht. "Vielmehr könne bei Verbrauchern der Eindruck entstehen, dass sie ohne die kostenpflichtige Herstellergarantie nach einem Jahr keinen Anspruch mehr auf Gewährleistung haben." Damit halte Apple sie davon ab, ihre gesetzlichen Ansprüche geltend zu machen. Dies verstoße gegen die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Apple wollte zu dem Vorgehen der Verbraucherorganisationen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa keine Stellung nehmen. Das Unternehmen hat bis zum 30. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Die Aktion wird koordiniert von der europäischen Verbraucherorganisation BEUC.

Apple zahlt erstmals seit 17 Jahren Dividende an Aktionäre

Dabei hätte Apple es gar nicht unbedingt notwendig, weiterhin so viel Geld zu scheffeln. Das Unternehmen saß zuletzt auf einem Geldberg von knapp 100 Milliarden Dollar. Heute gab Apple bekannt, dass die Apple-Aktionäre erstmals seit 1995 wieder eine Dividende bekommen. Die Auszahlung wurde auf 2,65 Dollar pro Aktie im Quartal angesetzt. Zudem will der iPhone- und iPad-Hersteller eigene Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar zurückkaufen. Insgesamt sollen binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Die Dividendenzahlungen sollen im vierten Geschäftsquartal starten, das im Juli beginnt. Die Aktienrückkäufe sind erst im nächsten Geschäftsjahr geplant, das am 30. September anfängt. Apple-Gründer Steve Jobs, der das Unternehmen Ende der 90er Jahre vor der Pleite rettete und bis zu seinem Tod 2011 führte, galt als strikter Gegner einer Dividende.

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