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Apple Watch Series 7 im Test: Lohnt sich das neue Display?

Alles neu, so lauteten die Gerüchte um die neue Apple Watch. Doch am Design ändert sich wenig. Zwei wich­tige Neue­rungen halten die Series 7 aber trotzdem auf der Smart­watch-Spit­zen­posi­tion.

In der Gerüch­teküche vor dem tradi­tio­nellen Herbst-Event waren sich die wich­tigsten Player eigent­lich einig. Die neueste Gene­ration der Apple Watch wird ganz anders als bisher aussehen. Kantig wie das iPhone oder die Pro-Modelle des iPads, hieß es. Alles Gerüchte, wie sich zeigt.

Die Apple Watch Series 7 sieht beinahe so aus wie die bishe­rigen Modelle. Trotzdem ergibt sich im Praxis­test mit der neuen Uhr auch ein neues Erlebnis. Apple ist der Trick gelungen, das Display bei glei­cher Gehäu­segröße um 20 Prozent zu vergrö­ßern. Der über­raschende Effekt wird durch die Verklei­nerung der Display­ränder erreicht. Sie betragen jetzt nur noch 1,7 Milli­meter. Ange­nehmer Neben­effekt: Alle bishe­rigen Armbänder können weiterhin verwendet werden.

Kein Infor­mati­ons­über­fluss - und eine Tastatur

Apple Watch Series 7 Apple Watch Series 7
Bild: Apple
Die Apple-Desi­gner haben der Versu­chung wider­standen, das größere Display der Series 7 zu nutzen, um mehr Text und Infor­mati­ons­schnipsel einzu­blenden. Statt­dessen wird der zusätz­liche Platz für größere Schalt­flä­chen und Buch­staben genutzt. Das größere Display macht es einfa­cher, schnell Infor­mationen zu sammeln und sich nicht in der Uhr zu verlieren.

Im Vergleich zur Series 6 ist das Display um einen ganzen Milli­meter größer (41 mm statt 40 mm und 45 mm statt 44 mm). Das klingt wenig, macht es aber tatsäch­lich leichter, einen großen Text­abschnitt zu lesen und mehr Details zu sehen, ohne scrollen zu müssen. Außerdem werden die Bedien­tasten auf dem Display oder die Nummern für den Entsper­rungs­code leichter getroffen.

Da das Betriebs­system watchOS 8 durch­gängig für den neuen Bild­schirm opti­miert wurde, erscheinen auch beim Wählen einer Nummer in der Telefon-App die Zahlen viel größer. Einen ähnli­chen Effekt erlebt man auch beim Taschen­rechner, mit dem man im Restau­rant schnell das ange­mes­sene Trink­geld berechnen kann.

Text kann man bislang bei der Apple Watch entweder per Siri diktieren oder mühsam in einzelnen Buch­staben aufs Display krit­zeln. Die Apple Watch 7 nutzt das größere Display für eine voll­wer­tige Bild­schirm­tas­tatur. Über­raschend gut klappt das Tippen - aller­dings nur auf Englisch. Deut­sche Umlaute oder eine deutsch­spra­chige Auto­kor­rektur gibt es (noch) nicht.

Staub muss draußen bleiben

Datenblätter

Nach Angaben von Apple leuchtet das Display der Series 7 im Vergleich zum Vorgän­ger­modell um 70 Prozent heller. In der Praxis sind die Ziffern­blätter und Widgets noch ein wenig klarer zu erkennen als zuvor. Mit einem nach Herstel­ler­angaben beson­ders bruch­sicheren Front­glas und neuer Abdich­tung gegen eindrin­genden Staub (nach IP6X) ist es die bislang wider­stands­fähigste Apple Watch.

Beim Thema Akku­lauf­zeit gibt es keinen großen Sprung: Andere Hersteller senken den Strom­ver­brauch, in dem sie das Display ständig komplett abschalten oder andere Funk­tionen abklemmen. Apple gibt sich damit zufrieden, die Lauf­zeit der Apple Watch so nah wie möglich an einen ganzen Tag heran­zuführen, ohne dass die Uhr zwischen­durch nach­geladen werden muss.

Natür­lich hängt die Batte­rie­lauf­zeit von der Nutzung ab, beispiels­weise ob jemand ständig mit dem GPS navi­giert oder über die Uhr Musik oder Podcasts hört. Im Test von der Deut­schen Pres­seagentur hielt die Watch locker vom morgend­lichen Aufladen bis zum Schla­fen­gehen durch.

Schneller voll mit neuem Kabel

Das Display der Apple Watch Series 7 ist größer Das Display der Apple Watch Series 7 ist größer
Bild: Apple
Eine Ände­rung bei der Lade­technik macht aber einen großen Unter­schied aus. In der Packung liegt ein neues Schnell­lade­kabel mit USB-C-Stecker. Im Test konnte die Apple Watch Series 7 damit in 45 Minuten von null auf 82 Prozent aufladen. Das ist etwas mehr als die von Apple verspro­chenen 80 Prozent in 45 Minuten und rund 30 Prozent schneller als beim Vorgän­ger­modell.

Mit der Schnell­lade­funk­tion wird erst­mals eine unkom­pli­zierte Nutzung der Apple Watch rund um die Uhr möglich. In der Zeit, die man braucht, um sich bett­fertig zu machen, kann eine Apple Watch genug Ladung erhalten, um für acht Stunden oder länger den Schlaf zu verfolgen. Am Morgen reichen dann 45 Minuten Ladung aus, damit die Uhr dann den ganzen Tag durch­hält. Leider nutzt Apple einen proprie­tären Lade­stan­dard, sodass gängige Qi-Lade­matten nicht verwendet werden können.

Nicht viel Neues im Innen­leben der Uhr: Der S6-Chip der Series 6 heißt jetzt S7. Im Prinzip handelt es sich aber um den bauglei­chen Prozessor, der an das etwas größere Gehäuse ange­passt wurde. Auch die verbauten Sensoren sind iden­tisch. Die Uhr misst den Blut­sauer­stoff und kann ein einfa­ches EKG abnehmen. Beschleu­nigungs­sensor und Gyro­skop erkennen einen Sturz. Konkur­renten wie die Samsung Galaxy Watch 4 oder die Asus VivoWatch BP können auch den Blut­druck kontrol­lieren.

Preise und Farben

Die Apple Watch Series 7 ist mit dem 40-Milli­meter-Alumi­nium­gehäuse ab 429 Euro zu haben, die größere 44-Milli­meter-Version kostet 479 Euro. Als Farb­vari­anten stehen "Mitter­nacht", "Polar­stern", Blau, Rot sowie erst­mals Grün zur Auswahl. Wer zusätz­lich zum WLAN auch Mobil­funk haben möchte, zahlt dafür einen Aufpreis von 100 Euro.

Die Edel­stahl­ver­sion der Series 7 bietet der Hersteller ab 729 Euro in Silber, Graphit und Gold an. Bei diesen Modellen ist die Mobil­funk-Unter­stüt­zung fest inte­griert. Die Apple Watch Edition in Titan kostet ab 829 Euro. Das Luxus­modell, die Apple Watch Hermès mit einem aufwen­digen Armband, ist ab rund 1300 Euro erhält­lich.

Das im vergan­genen Jahr neu einge­führte Einstiegs­modell Apple Watch SE verkauft Apple weiterhin unver­ändert zu Preisen ab 299 Euro. Die tech­nisch veral­tete Apple Watch Series 3 bleibt zusätz­lich im Programm - ab 229 Euro.

Fazit: Konkur­renz vor allem aus dem eigenen Haus

Für Nutzer eines iPhones ist Apple Watch mit Abstand die beste Smart­watch. Es gibt Fitness-Tracker, die sich mit sehr spezi­ellen Funk­tionen an Sportler richten, die eine Alter­native in der Nische anbieten. Etwa die Geräte von Garmin. Sonst wird die Apple Watch Series 7 nur von älteren Apple Watches heraus­gefor­dert.

Besitzer einer Series 6 oder 5 können getrost auf eine Apple Series 8 warten, die dann even­tuell weitere Funk­tionen bieten wird. Die Series 3 lockt mit einem Schnäpp­chen­preis, ist aber tech­nisch nicht mehr zeit­gemäß. Spar­füchse sollten dann eher zu einer Apple Watch SE greifen.

Apple hat die Release Candi­dates von iOS 15.1 und macOS 12 verfügbar gemacht. Details dazu lesen Sie in einer weiteren News.

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