Smartwatch

Apple Watch Series 7: Alte Technik in neuem Gewand

Die Apple Watch Series 7 basiert weit­gehend auf der glei­chen Hard­ware wie das Vorjahres-Modell. Auch die erwar­tete Design-Ände­rung gab es nicht.

Wie berichtet hat Apple am Diens­tag­abend im Rahmen seines Special Events auch eine neue Smart­watch vorge­stellt. Das Produkt der Hersteller der Öffent­lich­keit präsen­tierte, entsprach aller­dings absolut nicht den Leaks, die zuvor im Internet kursierten. Die Apple Watch Series 7 hat kein neues Design erhalten. Das Gadget sieht genauso aus wie der Vorgänger. Ledig­lich die Displays sind etwas größer geworden. Folg­lich sind auch die Gehäuse etwas größer als bei der Handy-Uhr, die Apple vor zwölf Monaten vorge­stellt hat.

Apple Watch 7 41mm

Der größere Touch­screen ermög­licht es unter anderen, eine komplette QWERTZ-Tastatur unter­zubringen. Diese soll die Text­ein­gabe auf dem Uhren-Display verein­fachen. Wie gut das in der Praxis auf einem immer noch sehr kleinen Bild­schirm klappt, hängt sicher auch vom Geschick des Nutzers ab. Auch für die Ziffern­blätter gibt es Neue­rungen, die den größeren Touch­screens Rech­nung tragen. Hier sollen Käufer auch mehr Möglich­keiten für die Indi­vidua­lisie­rung bekommen.

Ein neues Schnell­lade­gerät soll den Lade­vor­gang gegen­über der Apple Watch Series 6 um rund 33 Prozent beschleu­nigen. Das Lade­gerät mit USB-Anschluss ist auch für ältere Smart­wat­ches von Apple geeignet, lädt diese aber nur in der auch bisher übli­chen Geschwin­dig­keit auf. An der Akku­lauf­zeit hat sich gegen­über früheren Smart­wat­ches von Apple nichts geän­dert. Der Hersteller spricht von 18 Stunden. In der Praxis hält die Uhr oft länger durch. Apple Watch Series 7 Apple Watch Series 7
Foto: Apple

Prozessor von der "alten" Watch

Nicht einge­gangen ist Apple während des Special Events auf weitere tech­nische Details, etwa den Prozessor, auf dem die neue Uhr basiert. Das Unter­nehmen verbaut die gleiche CPU wie bei der Apple Watch Series 6. Auch bei den Sensoren gibt es keine Neue­rungen gegen­über dem Vorjahres-Modell. Kein Wunder also, dass Apple kaum Neue­rungen gegen­über der im September 2020 vorge­stellten Smart­watch verkünden konnte.

Neben dem Design gibt es bei der Akku­lauf­zeit Luft nach oben. Während eine Samsung Galaxy Watch 3 ohne eSIM- und Always-on-Display­nut­zung ein ganzes Wochen­ende lang auf einer Akku­ladung durch­hält, muss für die Apple Watch für einen Ausflug von Frei­tag­nach­mittag bis Sonn­tag­abend in jedem Fall der Lade­puck mitge­nommen werden, um nicht Gefahr zu laufen, mit leerem Akku dazu­stehen.

Mobil­funk weiter nur im Inland

Auch Inter­national Roaming für die eSIM - bei Samsung seit der Smart­watch-Gene­ration des vergan­genen Jahres Stan­dard - sucht der Apple-Watch-Besitzer vergeb­lich. LTE und UMTS funk­tio­nieren weiterhin nur im Heimat­netz. GSM oder gar 5G gibt es gar nicht erst (wobei das bei der Konkur­renz auch nicht besser ist). Das könnte damit zusam­men­hängen, dass die Apple Watch Series 7 eigent­lich eher eine "Apple Watch 6S" ist, die weit­gehend die gleiche Hard­ware wie der Vorgänger bekommen hat.

Warum die Neue­rungen bei der Apple Watch in Vergleich zu 2020 so mager ausfallen, kann nur speku­liert werden. Denkbar wäre, dass Apple tatsäch­lich die in vielen Leaks gezeigten größeren Design-Ände­rungen geplant hatte, es dann aber zu den Problemen bei der Herstel­lung kam, über die noch vor wenigen Tagen eben­falls speku­liert wurde. Die jetzt vorge­stellte Uhr könnte demnach der "Plan B" gewesen sein, der parallel entwi­ckelt wurde, um im anste­henden Weih­nachts­geschäft nicht ganz ohne neue Smart­watch dazu­stehen.

Vollständige Tastatur auf dem Bildschirm Vollständige Tastatur auf dem Bildschirm
Foto: Apple
Für "Unre­gel­mäßig­keiten" bei den internen Prozessen spricht auch, dass die neue Handy-Uhr von Apple nicht parallel mit dem iPhone in den Verkauf geschickt wird. Während die neuen iPads sogar direkt nach der Keynote vorbe­stellbar waren, gibt es für die Apple Watch Series 7 nicht einmal einen Termin für den Verkaufs­start. Apple spricht ledig­lich von "später in diesem Herbst" und nennt für den deut­schen Markt nicht einmal Preise.

Der Apple-Konkur­rent Samsung hat vor wenigen Wochen eben­falls eine neue Smart­watch vorge­stellt. Diese bringt zwar gegen­über dem Vorgänger keine große Design-Ände­rung mit sich, hat aber mit WearOS ein neues Betriebs­system an Bord. Wir haben die Samsung Galaxy Watch 4 Classic bereits einem Test unter­zogen.

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