Durchsuchungsbefehl

Entsperrt Apple ein iPhone für das FBI?

Apple wird aufgefordert den Ermittlungen um den Amoklauf in Texas zu helfen, indem sie das iPhone des Täters für die zuständigen Behörden entsperren.
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Am 5. November diesen Jahres ereignete sich mit dem Sutherland Springs Amoklauf einer der schwerwiegendsten Massenmorde in der jüngeren US-amerikanischen Geschichte. Erst 2 Monate zuvor war in Las Vegas der traurige Rekord der meisten Todesopfer bei Amokläufen gebrochen worden, als ein Mann 59 Menschen aus einem Hotelfenster erschossen hatte.

Im Zuge der Ermittlungen um den Sutherland Springs Amoklauf ist relativ schnell bekanntgeworden, dass es sich bei einem der beiden Smartphones des Täters, die am Tatort gefunden wurden, um ein iPhone SE handelte. Nun ist das Entsperren von iPhones für Zugangs-Unberechtigte quasi ein Ding der Unmöglichkeit, weswegen die Nachricht von Apple, den zuständigen Behörden bei der Aufklärung der Schreckenstat helfen zu wollen, sehr positiv aufgenommen wurde. Nur sind diese Behörden - hier die Texas Rangers und das FBI - den Erwartungen zum Trotz nicht direkt auf dieses Angebot eingegangen, sondern haben sich zunächst anderen Aspekten der Aufklärung gewidmet. iPhone SEiPhone SE

Jüngsten Berichten örtlicher Medien zufolge hat das FBI Apple nun allerdings einen Durch­suchungs­befehl zugestellt, der den Zugriff auf das besagte iPhone SE fordert - eine Forderung, auf die Apple höchstwahrscheinlich ein­gehen wird, schließlich hatten sie genau dies erst zwei Wochen zuvor selbst angeboten. Dieses Verhalten von Seiten Apples kommt allerdings überraschend für all diejenigen, die die Position der Firma aus vergangenen Eklats mit FBI und Co. kennen. Erst 2015 hatte Apple-Chef Tim Cook konsequent das Einbauen einer sogenannten Backdoor-Funktion in Apple-Geräten infolge des San Bernadino-Amoklaufes von 2015 verneint und verweigert, dem FBI beim Entsperren des iPhone 5C zu helfen.

Fraglich ist nun, ob die Chefetage Apples ihre Position auch in Bezug auf eine generelle Backdoor-Funktion geändert hat, welche es den Behörden enorm erleichtern würde auf die Smartphones von Tätern zuzugreifen. Damals hatte Tim Cook die Reaktion begründet, indem er sagte, dass das FBI zwar andere Formulierungen benutzte, eines jedoch völlig klar sei: eine Version des iOS mit eingebauter Backdoor würde dazu führen, dass FBI und Konsorten auch in anderen Fällen Zugriff auf die Smartphones von Tätern (und solchen, die die Behörden für Täter hielten) erhalten würde.

Die Verweigerung Apples ging zu der Zeit des San Bernadino Amoklaufes wie ein Lauffeuer durch die Medien und löste eine Grundsatzdiskussion zum Thema Sicherheit und Privatsphäre im Netz aus, zu der auch wir uns geäußert haben. Wichtiges Detail im damaligen Fall war, dass das FBI Apple auf Grund der Kooperationsverweigerung verklagte, diese Klage allerdings fallen ließ als eine alternative Methode zum Entsperren gefunden wurde.

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