Einigung

Patente: Apple und Nokia begraben Kriegsbeil

Apple und Nokia begraben das Kriegsbeil in ihrem Patentstreit. Beide Unternehmen wollen künftig kooperieren.
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Apple und Nokia begraben das Kriegsbeil im aktuellen PatentstreitApple und Nokia begraben das Kriegsbeil im aktuellen Patentstreit Im Dezember hatten Nokia und Apple mit heftigen gegenseitigen Vorwürfen einen neuen Patentstreit losgetreten. Knapp ein halbes Jahr später steht ein Deal - die beiden ehemaligen Kontrahenten wollen künftig sogar eng zusammenarbeiten. Dazu unterzeichneten sie ein mehrjähriges Lizenzabkommen. Nokia werde eine Vorab-Zahlung und regelmäßig weitere Beträge während der Laufzeit des Vertrags erhalten, teilten die Unternehmen heute mit. Weitere finanzielle Details wurden nicht bekannt. Die Konzerne wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten, unter anderem sind "Gipfeltreffen" des Top-Managements geplant. Die Nokia-Aktie sprang um sieben Prozent hoch, der Apple-Kurs reagierte zunächst kaum.

Nokia werde Apple im Rahmen der Kooperation einige Dienste und Produkte der Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung stellen, hieß es. Und Apple werde Nokia-Verbrauchergeräte wie vernetzte Waagen, die bis vor kurzem unter der Marke Withings verkauft wurden, wieder ins Sortiment seiner Läden aufnehmen. Sie waren im Zuge des Streits aus dem Apple Store herausgeflogen. Alle Klagen werden nun auch zurückgezogen.

Nokia besitzt noch immer wichtige Patente

Apple und Nokia hatten sich im vergangenen Dezember gegenseitig mit Klagen überzogen. Nokia warf dem iPhone-Konzern damals in den USA und Deutschland vor, 32 Patente zu verletzen. Dabei ging es um Technologien für Displays, Bedienung, Chips, Antennen, die Anzeige von Videos, Software sowie weitere Funktionen. Später wurden die Klagen auf insgesamt elf Länder und 40 Patente ausgeweitet. Apple warf Nokia im Gegenzug in scharfen Worten vor, aus Smartphone-Anbietern auf unfaire Weise Geld herauszupressen.

Apple und der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia hatten schon 2011 einen mehrjährigen Patentstreit beigelegt. Damals stellte die finnische Firma auch noch selbst Telefone her, wenige Jahre später wurde das Handy-Geschäft an Microsoft verkauft. Wichtige Patente blieben bei Nokia. Der Konzern konzentriert sich seitdem auf Ausrüstung für Mobilfunk-Netze. In diesem Jahr kamen zwar wieder Mobiltelefone unter dem Nokia-Markennamen auf den Markt, sie werden aber unter Lizenz von der Firma HMD Global entwickelt und produziert.

Überraschende Wende

Nokia erklärte im Dezember, die 2011 abgeschlossenen Lizenzvereinbarung habe nur einige Patente betroffen und die Verhandlungen seien ergebnislos geblieben. Apple konterte damals, Nokia greife zu Methoden eines Patent-Trolls, um Geld von Apple zu verlangen - zum Teil für Apples eigene Erfindungen. Als Patent-Trolle werden in der Branche Firmen bezeichnet, die selbst keine Geräte bauen, aber mit oft zusammengekauften Patenten Hersteller verklagen.

Die Ankündigung einer Kooperation kommt umso überraschender, da das Verhältnis der beiden Unternehmen im vergangenen Jahrzehnt schwierig war. Das iPhone spielte vor zehn Jahren einen entscheidende Rolle beim Niedergang des Nokia-Handygeschäfts, weil der finnische Konzern nicht in der Lage war, ein ähnlich gut funktionierendes Touchscreen-Handy zu bauen. Später konkurrierten die Unternehmen in Standard-Gremien der Branche auch mit unterschiedlichen Entwürfen für die aktuelle Nano-SIM-Karte. Apples Variante setzte sich durch.

Apple kann mit der Einigung mehr Ressourcen für den potenziell viel gewichtigeren juristischen Konflikt mit dem Chipkonzern Qualcomm abstellen. Apple wirft dem Konzern, dessen Chips in vielen Smartphones für die Funkverbindung sorgen, ebenfalls überhöhte Lizenzforderungen vor. Es geht um Milliarden und einige Analysten fragen sich bereits, ob der Streit mit Qualcomm den Zeitplan für das im Herbst erwartete neue iPhone beeinträchtigen könnte.

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