Musik-Streaming

Erster Monat mit Apple Music: Streaming-Dienst im Langzeit-Test

Unser Langzeit-Test von Apple Music zeigt auf, welche Stärken und Schwächen die Musik-Flatrate mit sich bringt. Einer guten Betriebssystem-Integration stehen fehlende Interpreten und Defizite bei den Features für die mobile Nutzung gegenüber.
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Seit einem Monat ist mit Apple Music ein neuer Musik-Streaming-Dienst verfügbar, der Unternehmen wie Spotify, Deezer und Napster Konkurrenz machen will. Verfügbar ist das Angebot, sobald iOS 8.4 auf iPhone, iPad und iPod touch installiert ist. Am PC bzw. Mac wird jeweils die aktuelle Version von iTunes benötigt.

Einen Web-Player im Internet-Browser, wie er beispielsweise bei Google Play Music Standard ist und wie er seit geraumer Zeit auch von Spotify angeboten wird, gibt es nicht. Ich habe Apple Music direkt am 30. Juni abonniert, um den Dienst einem ausführlichen Test zu unterziehen. Genügend Zeit bleibt dafür in jedem Fall. Schließlich kann die Musik-Flatrate in den ersten drei Monaten ohnehin kostenlos genutzt werden.

Freud und Leid mit dem Musik-Portfolio

Das Radioprogramm Beats 1 ist Bestandteil von Apple MusicDas Radioprogramm Beats 1 ist Bestandteil von Apple Music Nach der Anmeldung habe ich stichprobenartig nach verschiedenen Interpreten und Titeln gesucht, die bei den Mitbewerbern verfügbar sind. Gängige Musik ist auch bei Apple verfügbar und wenn man als Radiofan nach Raritäten wie der Originalversion von "Caroline" von den Fortunes (bekannt als Stationsmelodie des legendären ehemaligen Seesenders Radio Caroline) oder dem "Man of Action" vom Les Reed Orchestra (bekannt von Radio Nordsee International) sucht, so wird man - wie auch bei den Mitbewerbern - fündig.

Ausgerechnet bei aktuellen - wenn auch aus deutscher Sicht etwas exotischen - Songs hat Apple Music aber enttäuscht. "Unbroken" von María Ólafs [Link entfernt] , der diesjährige Beitrag Islands zum Eurovision Song Contest, sucht man vergebens. Spotify, Deezer, Napster, Google Play Music und Microsoft Groove haben dagegen die gesamte EP der Interpretin im Angebot.

Nicht alle bekannten Künstler sind bei Apple Music zu findenNicht alle bekannten Künstler sind bei Apple Music zu finden Auch einige weitere Songs aus den isländischen Charts sind bei Apple Music anders als bei den Mitbewerbern nicht zu finden. Das ist umso erstaunlicher, als selbst Beats Music, quasi der Vorläufer von Apple Music in den USA, diese Titel im Angebot hat. Zum Download findet man die Musikstücke auch bei iTunes, so dass es zumindest eine geschäftliche Verbindung zwischen Apple und den Plattenfirmen gibt.

Lücken auch bei Apple Music USA

Die Lücke ist nicht auf Deutschland beschränkt, wie ich im Test mit einer amerikanischen Apple-ID festgestellt habe. Auch die amerikanische Version von Apple Music, bei der ein gegenüber Deutschland deutlich besseres Angebot an vorkonfigurierten Radiostreams zu finden ist, brachte die Songs von der Insel nicht zu Gehör. Da fragst man sich unweigerlich, welche Interpreten und Titel möglicherweise noch bei Apple Music fehlen.

Auf Seite 2 lesen Sie, welchen Vorteil von Apple Music die Mitbewerber zumindest für iPhone- und iPad-Nutzer nicht bieten kann und welches bei Spotify liebgewonnene Feature der Apple-Dienst vermissen lässt.

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