Verkaufsrekord

iPhone X: Apple stellt sich auf Rekord-Weihnachten ein

Viele fragten sich, ob Apple beim Preis des mindestens 1149 Euro teuren iPhone X nicht den Bogen überspannt hat. Mit der Prognose für Weihnachten wird klar, dass das Telefon dem Konzern das mit Abstand beste Quartal beschert.
Von dpa / Stefan Kirchner
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Apple steht dank des neuen iPhones X vor einem Rekord-Weihnachts­geschäft. Auch vor dem Start des Spitzen­modells gelang dem Konzern ein Plus im vergangenen Quartal. Zur Markt­einführung des Telefons bildeten sich rund um die Welt wieder Schlangen vor Läden des Konzerns.

Für das Weihnachts­quartal stellte Apple einen Umsatz zwischen 84 und 87 Milliarden US-Dollar (72 bis 74,6 Milliarden Euro) in Aussicht. Das wäre eine drastische Steigerung im Vergleich zu den 78,4 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr - die bereits ein Bestwert waren.

Der Konzern bringt in diesem Herbst erstmals gleich drei neue Telefone auf den Markt. Mit den beiden Varianten iPhone 8 und iPhone 8 Plus, die äußerlich bisherigen Modellen ähnlich sehen, verkaufte Apple im vergangenen Quartal knapp 46,7 Millionen seiner Smartphones. Das war ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahres­zeitraum. iPhone XAppels Erwartungen an das iPhone X sind groß

Das iPhone X, das erst seit heute verkauft und ausgeliefert wird, ist mit einem Preis ab 999 US-Dollar bzw. 1149 Euro so teuer wie kein Apple-Telefon zuvor. Bei dem Telefon nimmt der Bild­schirm praktisch die gesamte Front­seite ein und der Fingerabdruck-Scanner wurde durch Gesichts­erkennung ergänzt. Wie groß das neue Smartphone im Vergleich zum iPhone 8 Plus und dem Galaxy S8 Plus ist, können Sie in unserem Unboxing sehen.

Beim Start der Vorbestellungen vor einer Woche ging die Wartezeit für das iPhone X schnell auf bis zu sechs Wochen. Laut Medien­berichten wurde das Hochfahren der Produktion durch Engpässe bei Komponenten für das System zur Gesichtserkennung verzögert. Konzernchef Tim Cook wollte keine Prognose dazu abgeben, wann Apple die Nachfrage nach dem Telefon befriedigen kann.

Das bekannte Apple-Phänomen

Vor den Apple Stores bildeten sich Schlangen von zum Teil einigen hundert Leuten, weil der Konzern in Aussicht gestellt hatte, in den Läden auch Geräte für Kunden ohne Vorbestellung vorzuhalten.

In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, dass viele Kunden auf das iPhone X warteten, statt die iPhone-8-Varianten zu kaufen. Konzernchef Tim Cook sagte nun zur Vorlage der Quartals­zahlen, die iPhone-8-Modelle seien die derzeit am besten laufenden Geräte. Die Nachfrage habe die Erwartungen von Apple übertroffen. Und die Vorbestellungen für das iPhone X seien "sehr stark".

iPhone X
Vor dem Apple Store in Frankfurt/Main warten bereits zahlreiche Fans
In dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäfts­quartal verdiente Apple 10,7 Milliarden US-Dollar, rund 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Quartals­umsatz stieg um 12 Prozent auf 52,6 Milliarden US-Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Aktie legte im nach­börslichen Handel um gut 3 Prozent zu, weil die Zahlen und auch die Prognose für das laufende Viertel­jahr besser ausfielen als von Analysten erwartet.

Aufschwung für das iPad und Apple-Dienste

Das vergangene Vierteljahr zeigte auch, dass es Apple gelang, die lange Talfahrt bei seinem iPad-Tablet zu beenden. Die Verkäufe stiegen um 11,4 Prozent auf 10,3 Millionen Geräte. Bei den Mac-Computern gab es inmitten eines weiterhin schwächelnden PC-Marktes ein Absatzplus von 10 Prozent auf knapp 5,4 Millionen Geräte.

Das Dienste-Geschäft, in das zum Beispiel Erlöse mit dem Streaming-Service Apple Music, dem Online-Speicher iCloud sowie App-Downloads einfließen, wuchs um 34 Prozent auf 8,5 Milliarden US-Dollar.

Cook nannte erneut keine Absatz­zahlen der Computer-Uhr Apple Watch, sagte aber, die Verkäufe seien in den vergangenen Quartalen um jeweils 50 Prozent gestiegen.

Finanzstärkster Konzern der Welt

Apples Geldreserven wuchsen binnen drei Monaten um 7,4 Milliarden US-Dollar auf 268,9 Milliarden US-Dollar. Davon lagerten 94 Prozent außerhalb der USA, sagte Finanzchef Luca Maestri.

Das Geschäft in China, dem weltgrößten Smartphone-Markt, zog nach einer Schwäche-Phase wieder um 12 Prozent an. Auch das iPhone X stieß dort auf großes Interesse. Vor den Apple-Stores bildeten sich schon Stunden vor der Geschäfts­öffnung lange Schlangen. Und vor dem Apple Store im populären Einkaufs­zentrum Taikooli in Pekings Stadt­viertel Sanlitun boten Dutzende Schwarz­händler das bisher teuerste iPhone mit einem Aufschlag von 500 bis 1000 Yuan, umgerechnet 65 bis 130 Euro, für Käufer an, die nicht warten wollten und nicht vorbestellt hatten. Einige Straßen­händler hatten den ersten Käufern die Geräte für eine Prämie von 300 bis 500 Yuan (38 bis 65 Euro) direkt abgekauft.

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