Sichere Biometrie

Daten für Gesichtserkennung bleiben auf dem iPhone X

Mit dem iPhone X geht Apple mehrere neue Wege, sowohl beim Design als auch den Sicherheitsmaßnahmen. Nun erklärt der Konzern, dass die mit Face ID erzeugten Daten absolut sicher seien. Wie sicher, hat Apple jetzt näher erläutert.
Von Stefan Kirchner mit Material von dpa
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Apple hat weitere Informationen zur Gesichts­erkennung in seinem neuen iPhone X veröffentlicht und dabei die Sicherheit des Systems betont. So seien die dabei eingesetzten Daten verschlüsselt und nur für einen speziell abgesicherten Bereich des iPhone-Chips zugänglich. "Diese Daten verlassen nie das Gerät", betonte Apple in dem veröffentlichten technischen Papier. "Sie werden nicht an Apple geschickt und sind auch nicht Teil von Geräte-Backups."

Das System mit dem Namen Face ID projiziert ein Netz aus 30 000 Infrarot-Punkten auf das Gesicht des Nutzers. Sie werden dann von einer Kamera eingefangen und das Ergebnis mit den vorhandenen Daten abgeglichen. Ähnlich wie beim Finger­abdruck arbeitet Apple dabei mit einer "mathematischen Stell­vertretung" der Daten. Dabei wird jedes Mal abgeglichen, ob dieser vom System errechnete Wert mit dem identisch ist, der bei der Einrichtung des Telefons gespeichert wurde. Unklar ist lediglich, wie groß der Toleranz­bereich für abweichende Ergebnisse ist.

Automatisch erneuernde Gesichtsdaten

iPhone XDaten die Face ID erstellt, bleiben auf dem iPhone X und nur dort Damit sich Face ID nicht durch Fotos austricksen lässt, wird ein Tiefen­modell des Gesichts erfasst. Zudem wird registriert, ob ein Nutzer gerade zumindest kurz auf den Bild­schirm schaut, damit zum Beispiel die Entsperrung des Telefons nicht bei schlafenden Menschen funktioniert. Das soll auch bei vielen Sonnen­brillen klappen, sowie mit "Hüten, Schals, Brillen, Kontaktlinsen". Da sich das Aussehen der Menschen mit Kosmetik oder Bartwuchs verändern kann, werden die gespeicherten Daten gelegentlich aufgefrischt. Lange nicht mehr abgerufene Daten­sätze werden dabei nach einiger Zeit automatisch gelöscht.

Apple betont, dass die Wahrscheinlich­keit eines Fehlers beim Einsatz von Face ID bei eins zu einer Million liege und das System damit noch sicherer sei als der bisherige Finger­abdruck-Scanner mit einem Verhältnis von ein zu 50 000. Zugleich schränkt das Unternehmen ein, dass die Gesichts­erkennung bei Zwillingen, ähnlich aussehenden Geschwistern oder Kindern im Alter unter 13 Jahren Fehler machen könne.

Trotz dieser sicherlich guten Neuigkeiten wird Apple in einer ganz anderen Sache vermutlich größere Probleme bekommen und das ist der pünktliche Verkaufsstart. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ausgerechnet die Kamera-Module von Face ID für einen Verzug bei der Produktion sorgen. Die Herstellung der beiden Module Romeo und Juliet ist schwieriger als gedacht, was für eine geringere Ausbeute bei der Produktion sorgt als geplant.

In einem weiteren Beitrag sehen Sie das iPhone X von allen Seiten und was es so besonders macht.

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