Wiederverkauf

So viel ist das alte iPhone noch wert

Kaum kommt ein neues Modell auf den Markt, finden sich auf einschlägigen Marktplätzen zahlreiche Angebote für die gebrauchten Vorgänger. Die gute Nachricht für iPhone-Besitzer: Ihre Geräte sind vergleichsweise wertstabil.
Von Marie-Anne Winter
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Drei von vier Deutschen ab 14 Jahren (74 Prozent) nutzen aktuell ein Smartphone - und 44 Prozent von ihnen kaufen sich jedes Jahr das neueste Modell. Dies ermittelte der Branchenverband Bitkom im Rahmen einer repräsentativen Umfrage. Zum Verkaufsstart neuer Modelle finden sich auf Marktplätzen wie eBay Kleinanzeigen, lokal.com und ReBuy deshalb zahlreiche Angebote von Kunden, die ihr altes Smartphone versilbern möchten, um sich eines neues kaufen zu können. Wie viel sie durch den Verkauf letztlich einnehmen, hängt neben dem Zustand und Alter des Geräts auch vom Hersteller ab, wie ein Vergleich der durchschnittlichen Preise für Apple- und Samsung-Smartphones zeigt. Samsung versus Apple: iPhones verlieren nicht so schnell an Wert.Samsung versus Apple: iPhones verlieren nicht so schnell an Wert.

iPhones vergleichsweise wertstabil

Wer mit dem Kauf des gerade neu vorgestellten iPhone 7 liebäugelt und das fehlende Geld mit dem Verkauf seines alten iPhones verdienen möchte, hat ganz gute Chancen, denn iPhones haben einen vergleichsweise hohen Wiederverkaufswert. Im ersten Jahr nach Verkaufsstart sank der Wert für gebrauchte iPhones der Generation 4 bis 6S in den vergangenen Jahren nur um durchschnittlich 16,43 Prozent (121,69 Euro). Der Wertverlust des iPhone 6S und 6S Plus fällt mit 11,78 beziehungsweise 14,18 Prozent sogar noch geringer aus, wie ein Blick auf die Daten des Preisvergleichsportals geizhals.de zeigt. Wer beispielsweise zum Verkaufsstart am 25. September 2015 ein silberfarbenes iPhone 6S mit 64 GB Speicherplatz für 849 Euro gekauft hat und dieses nun verkaufen möchte, kann mit Einnahmen bis zu 749 Euro rechnen. Ein iPhone 6S Plus mit 64 GB kann dem Verkäufer aktuell sogar 823 Euro einbringen. In der Schwacke-Liste von eBay vom August dieses Jahres wird das iPhone 6S Plus mit 128 GB mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 668,72 Euro gelistet, die Variante mit 64 GB mit 582,51 Euro. Ein iPhone 6S mit 64 GB bringt auf eBay durchschnittlich 531,49 Euro.

Talfahrt bei Samsung-Galaxy-Modellen

Dagegen verlieren Smartphones des südkoreanischen Herstellers Samsung in den ersten zwölf Monaten nach Verkaufsstart drastisch an Wert: Für alle Modelle seit dem im Mai 2011 vorgestellten Samsung Galaxy S2 brachen die Preise innerhalb des ersten Jahres um durchschnittlich 37,44 Prozent beziehungsweise 228,27 Euro ein. Das Samsung Galaxy S7 ist dabei keine Ausnahme: Wer sich im April dieses Jahres ein schwarzes Galaxy S7 oder S7 Edge geholt hat und es nun wieder verkauft, muss mit einem Wertverlust von 22,17 Prozent (155 Euro) beziehungsweise 26,28 Prozent (210 Euro) rechnen.

Die Talfahrt setzt sich für Smartphones der Samsung Galaxy-Reihe auch im zweiten Jahr nach dem Verkaufsstart fort. Während sich gebrauchte iPhones in den letzten fünf Jahren auch 24 Monate nach der Markteinführung im Mittel noch für 69,25 Prozent des Ursprungspreises verkaufen ließen, bezifferte sich der Wert gebrauchter Galaxy-Smartphones zwei Jahre später nur noch auf rund die Hälfte (52,14 Prozent) des Ursprungspreises. Wer aktuell sein iPhone 6 mit 64 GB (Neupreis: 779 Euro) verkauft, erzielt so im Mittel einen Preis von 614,72 Euro (-21,09 Prozent) Wer ein Samsung Galaxy S5 mit 16 GB Speicherplatz anbietet, muss hingegen mit einem Minus von 49,93 Prozent rechnen. Der Wert des Smartphones ist von 699 auf nur noch 349,99 Euro gesunken. Was ist das alte iPhone noch Wert?Was ist das alte iPhone noch Wert?

Erst 36 Monate nach dem Verkaufsstart glichen sich die Werte für iPhones und Smartphones der Galaxy-Serie in den letzten fünf Jahren wieder an: Modelle wie das iPhone 4S, 5, 5C und 5S und das Samsung Galaxy S2, S3 und S4 haben drei Jahre nach dem Verkaufsstart in etwa gleich viel an Wert verloren: Samsung-Smartphones um 52,57 Prozent (227,09 Euro), iPhones um 48,11 Prozent (314,76 Euro). Für Samsung-Nutzer dürfte dies allerdings ein eher schwacher Trost sein.

Apple profitiert vom edlen Markenimage

Wer nach Gründen für die unterschiedliche Wertentwicklung sucht, findet zunächst einige Gemeinsamkeiten: Sowohl Apple als auch Samsung haben seit 2011 jährlich neue Modelle ihrer Flagschiff-Serie vorgestellt – Samsung im Frühjahr, Apple meist im September. Zudem glichen die ursprünglichen Verkaufspreise für Samsung-Smartphones in den letzten Jahren denen des iPhones: Durchschnittlich 702,38 Euro mussten Konsumenten seit 2011 bei Markteinführung für ein neues Samsung Galaxy (Mini-Modelle ausgenommen) ausgeben, 784,71 Euro für ein neues iPhone.

Erklären lässt sich die Wertstabilität des iPhones unter anderem durch Apples geschicktes Marketing: Die künstliche Verknappung zum Marktstart und die auf Exklusivität hin ausgerichtete Kommunikation lassen die Kunden glauben, dass ein iPhone wertvoller als das technisch ähnlich gut ausgestattete Modell von Samsung (oder gar besser ausgestattete Spitzensmartphones anderer Hersteller) sei. Tatsächlich ist es aber so, dass Apple ja nicht nur Smartphones verkauft, sondern mit ihnen den Zugang zum Apple-Universum, das aus immer zahlreicheren Angeboten besteht, die sich mit dem iPhone (und natürlich auch anderen Apple-Produkten) wunderbar einfach nutzen lassen.

Dazu kommt, dass Apple seine Geräte vergleichsweise lange mit regelmäßigen Software-Updates versorgt - so bekommt beispielsweise das vergleichsweise betagte iPhone 5 noch ein Update auf iOS 10. Wobei natürlich klar ist, dass die viele Features des neuen Betriebssystems mit der alten Hardware nicht genutzt werden können.

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