Umwelt?

Kein Netzteil, keine Kopfhörer: 6 Milliarden Euro für Apple

Weniger Abfall und Emis­sionen, mehr Geld für den Konzern selbst. Der redu­zierte Liefer­umfang der iPhones macht sich für Apple bezahlt. Die Verbrau­cher profi­tieren aber nicht.

Apple soll insge­samt bislang sechs Milli­arden Euro zusätz­lich durch den Verzicht von Lade­geräten und Kopf­hörern im Liefer­umfang der iPhones verdient haben. Das ergab eine Hoch­rech­nung eines Markt­for­schungs­insti­tuts. Vor knapp andert­halb Jahren begann der kali­for­nische Hersteller das Abspe­cken des Zube­hörs. Erst­mals kam das iPhone 12 ohne Netz­teil und Musik-Stöpsel daher. Das Unter­nehmen beteu­erte, dass der Umwelt­schutz das Argu­ment für diesen Schritt war. So ließen sich die Kohlen­stoff­emis­sionen um zwei Tonnen redu­zieren. Die finan­zielle Ersparnis wurde aller­dings nicht an den Konsu­menten weiter­gegeben.

Zubehör-Einspa­rung füllt Apples Porte­mon­naie

Mit dem iPhone 12 begann der kleinere Lieferumfang Mit dem iPhone 12 begann der kleinere Lieferumfang
Apple
Der Umwelt­schutz ist unbe­stritten ein wich­tiger Faktor. Deshalb ist es auch erfreu­lich, dass sich Hersteller wie Apple diesem Thema widmen. Wie das Unter­nehmen bekannt gab, möchte man den Abfall redu­zieren. Mit dem Weglassen des Lade­geräts und des Kopf­hörers beim iPhone-Liefer­umfang könne man zwei Tonnen Kohlen­stoff­emis­sionen einsparen, was 500 000 Autos weniger auf den Straßen entspräche. Aussagen, die Umwelt­schützer begeis­tern und Verbrau­cher nach­denk­lich stimmen. Was passiert mit dem Geld, das Apple durch den Verzicht auf das beigelegte Zubehör einnimmt? Eine Produkt­ersparnis gibt es nicht, der Hersteller verdient also deut­lich mehr.

Wie Daily Mail in Beru­fung auf das Markt­for­schungs­institut CSS Insight verrät, konnte Apple bislang umge­rechnet sechs Milli­arden Euro zusätz­lich einnehmen. Etwa 32 Euro pro iPhone wanderten auf diese Weise in die Kasse der Firma. Bei geschätzt 190 Millionen verkaufter iPhones seit den Umwelt­schutz­maß­nahmen ergibt sich eine Summe von über sechs Milli­arden Euro. Die Analysten geben außerdem zu bedenken, dass der Hersteller circa 40 Prozent Versand­kosten spart, da 70 Prozent mehr Geräte auf eine Palette passen würden.

Andere Hersteller eifern Apple nach

Das Weglassen des Zube­hörs ist ein zwei­schnei­diges Schwert, aber ein Trend, den immer mehr Wett­bewerber aufgreifen. So kommt auch das Samsung Galaxy S22 ohne Netz­teil und Kopf­hörer daher. Die Produkt­reihen Galaxy A und Galaxy M könnten die nächsten Kandi­daten für den verklei­nerten Liefer­umfang sein. Diverse Smart­phones der HMD-Global-Marke Nokia und Xiaomi wurden nach dem iPhone 12 eben­falls ohne Lade­gerät ausge­lie­fert. Aller­dings machte Xiaomi eine Kehrt­wende und bringt das Xiaomi 12 mit Netz­teil in der Verpa­ckung auf den Markt.

Wir hatten uns dem Thema abge­speckter Liefer­umfang ausführ­lich gewidmet.

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