Preisanpassung

iPhone: Akku-Tausch wird preiswerter

Apple machte iPhones mit angeschlagenen Batterien langsamer, damit sie nicht ausgingen. Der Konzern entschuldigt sich nun dafür, wie die Kunden darüber informiert wurden.
Von dpa / Stefan Kirchner
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Apple-Kunden mit zu langsamen älteren iPhones kommen bald günstiger an neue Batterien, die das Problem lösen könnten. Nach der Aufregung um die gedrosselte Leistung von iPhones mit abgenutzten Akkus entschuldigte sich Apple bei den Nutzern und senkt den Preis für den Akku­wechsel. Zugleich versicherte der Konzern, dass er "niemals" das Erlebnis der Nutzer absichtlich verschlechtern würde, um neue Geräte zu verkaufen.

In den USA werde ein nötiger Akku­wechsel außerhalb der Garantie­zeit beim iPhone 6 und späteren Modellen bis Ende kommenden Jahres 29 statt 79 US-Dollar kosten, kündigte Apple an. In Deutschland wird der Austausch des Akkus 29 Euro kosten, beginnend ab Januar bis vorläufig Ende 2018, wie Apple mitteilt. Bisher kostete eine von Apple-Leistungen nicht abgedeckte Batterie-Reparatur 89 Euro. Die neuen Preise gelten dabei für die Apple-eigenen Ladengeschäfte, als auch lizenzierte Service-Partner wie zum Beispiel die Gravis Stores.

Die Kontroverse war aufgeflammt, nachdem Messwerte gezeigt hatten, dass bei iPhones mit alter Batterie die Spitzen­leistung des Prozessors gedrosselt war, während sie nach einem Akku­wechsel auf normales Niveau zurückkehrte.

Zugeständnis bei Apple

Apple iPhoneAkku tauschen wird preiswerter bei alten iPhones Apple bestritt die Messergebnisse nicht und verwies auf Maßnahmen zur Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf "geglättet", teilte der Konzern vergangene Woche mit. Ziel sei es, eine unerwartete Abschaltung zu verhindern, wenn die Batterien nicht die geforderte Strommenge abgeben könnten. Die Funktion greife nur bei Kälte, niedriger Akku­ladung oder abgenutzten Akkus ein. Die Maßnahme wurde im Februar mit einem Software-Update für die Modelle iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE eingeführt und im Herbst auch auf das iPhone 7 ausgeweitet. Eine sichtbare Folge für die Nutzer könne sein, dass Apps langsamer starteten oder das Scrollen ruckeliger werde, erklärte Apple.

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Verbraucher­klagen gegen den Konzern vor allem in den USA eingereicht. Die Kläger argumentieren, dass ein Batterie­wechsel viel günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Apple habe jedoch die Kunden nicht auf diesen Weg hingewiesen, ihr iPhone schneller zu machen.

Mehr Details für Nutzer zum Akku

Apple kündigte nun an, als weitere Maßnahme solle es Anfang kommenden Jahres ein Update des Mobil-Betriebssystems iOS geben, das Nutzern mehr Informationen über den Zustand des iPhone-Akkus geben werde.

"Wir haben nie irgendetwas unternommen, was künstlich die Lebens­dauer von irgendeinem Apple-Produkt verkürzt oder das Nutzer­erlebnis verschlechtert, um Upgrades anzukurbeln - und würden dies auch niemals tun", betonte der Konzern. Apple gehe es darum, Geräte länger nutzbar zu machen. Batterien alterten grund­sätzlich, und bestimmte Umstände wie eine heiße Umgebung könnten diesen Prozess noch beschleunigen.

In diesem Herbst hätten Beschwerden über langsamer werdende iPhones zugenommen, erklärte Apple. Der Konzern habe dies zunächst aus Erfahrung auf die Installation einer neuen Version des iOS-Systems sowie darin enthaltene Fehler zurückgeführt. Jetzt glaube Apple, dass dazu auch die chemische Alterung der Batterien in älteren Geräten der Modelle iPhone 6 und iPhone 6s beigetragen habe.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, mit welchem technologischen Durchbruch Akkus künftig erheblich effizienter werden könnten.

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