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Das iPhone 7 im Test: Apples Liebe zum Detail

Apple entwickelt seine iPhone-Modelle konsequent weiter: Das iPhone 7 ist vielleicht nicht der ganz große Wurf, bietet unter der Haube aber viele Verbesserungen und somit solide Apple-Qualität.
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Einige Tests des iPhone 7 haben wir bereits vorgenommen, unseren ersten Eindruck finden Sie in unserem Kurztest. Nun, nach gut zehn Tagen mit dem neuen Gerät steht fest: Auch das iPhone 7 ist vor allem wieder ein iPhone - es sieht seinen Vorgängern iPhone 6 und iPhone 6S fast zum Verwechseln ähnlich, auch wenn Apple im Innern zahlreiche Verbesserungen vorgenommen und die Farbpalette der Gehäusefarben überarbeitet hat: Es gibt weiterhin Gold, Silber und Roségold, doch statt Space-Grey hat Apple nun zwei schwarze Varianten im Angebot, nämlich eine mattschwarze und eine glänzende, die als Diamantschwarz bezeichnet wird. Unser Testmodell ist allerdings ein silbernes iPhone 7 mit 32 GB Speicher.

Das iPhone 7 im teltarif-Test
Das iPhone 7 im teltarif.de-Test
Apple hat bei seinen neuen iPhone-Modellen die Speicherkapazitäten verdoppelt: Das kleinste Modell hat nun 32 GB Speicher, das mittlere 128 GB und das größte 256 GB. Und das, obwohl die Preise stabil geblieben sind: das 32-GB-Modell kostet bei Apple 759 Euro. Das ist kein Schnäppchen, aber die Spitzensmartphones anderer Hersteller haben inzwischen ähnliche Preisregionen erreicht.

Neues Innenleben

Auch wenn das iPhone 7 geringfügig leichter geworden ist, so wirkt es doch ziemlich stabil - das Metallgehäuse mit den abgerundeten Kanten liegt gut in der Hand. Apple setzt bei seinen neuen Modellen optisch ganz aufs Bewährte, auch wenn die Antennenstreifen auf der Rückseite dezenter geworden sind. Doch schon beim Drücken des Homebuttons lässt sich feststellen, dass dieser Eindruck täuscht - der Homebutton gibt nämlich nicht wie gewohnt nach, sondern reagiert mit einer akustischen und einer haptischen Rückmeldung.

Der Homebutton des iPhone 7
Der Homebutton des iPhone 7
Das ist am Anfang zwar gewöhnungsbedürftig, andererseits aber eine gute Idee, denn der mechanische Homebutton war eine Schwachstelle der bisherigen iPhone-Modelle, weil er durch die ständige Beanspruchung immer mal kaputt gegangen ist. Mit dieser Neuerung dürfte dieses Problem nun behoben sein - das ist aber auch nötig, weil iOS 10 zum Unmut zahlreicher iPhone-Nutzer nun auf die Slide-to-Unlock-Funktion verzichtet und stattdessen einen Klick auf den Homebutton verlangt. Dafür gibt es mit einer Slidebewegung in die andere Richtung eine Übersicht über die wichtigsten Informationen, bei der sich die angezeigten Widgets nach eigenen Vorlieben konfigurieren lassen. Das haptische Feedback kann in drei Stufen eingestellt werden, es lässt sich auch ganz abschalten.

Nur noch ein Lightninganschluss

Eine weitere Neuerung, die bisher eher für Entsetzen als für Begeisterung gesorgt hat, ist das Fehlen der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für den Kopfhörer. Der Sound des neuen iPhone-Modells ist allerdings tatsächlich hörbar besser geworden - und zwar sowohl mit als auch ohne Kopfhörer. Auch ohne Kopfhörer bietet das iPhone 7 nun Stereosound. Der Klang ist für ein Smartphone ziemlich gut, aber nicht überragend. Mit Kopfhörern wird das noch besser - wobei ich persönlich die von Apple zum iPhone ausgelieferten Kopfhörer als wirklich unbequem empfinde, auch wenn sie einen guten Klang haben. Man kann sie ohnehin nur in ruhiger Umgebung gebrauchen, denn Noise-Cancelling-Qualitäten haben sie definitiv keine. Doch auch mit dem mitgelieferten Adapter für herkömmliche Kopfhörer fand ich den Sound vom iPhone 7 mit meinen In-Ear-Kopfhörern von Sennheiser noch einen Tick besser als bei meinem iPhone SE.

iPhone 7 Rückseite
iPhone 7 Rückseite mit sehr dezentem Antennenstreifen am Rand

Apple-eigener Nahfunkstandard

Aber das wird wahrscheinlich ähnlich ausgehen, wie sonst auch, wenn Apple sich entscheidet, alte Zöpfe abzuschneiden: Beim iMac von 1998 ließ Apple das Diskettenlaufwerk weg und setzte auf USB-Anschlüsse - doch nach dem ungläubigen Aufschrei der Computernutzer stellte sich schnell heraus, dass diese Entscheidung zeitgemäß und richtig war. Vermutlich wird sich schon in wenigen Jahren kaum ein Mensch daran erinnern, dass es früher mal Smartphones mit 3,5-Millimeter-Stecker gegeben hat: Schließlich werden auch drahtlose Kopfhörer immer besser und vor allem ausdauernder. Zu diesem Zweck hat Apple für das iPhone 7 auch einen eigenen Nahfunkstandard entwickelt, der ähnlich wie Bluetooth funktioniert, aber derzeit nur mit den Apple-eigenen EarPods zu nutzen ist. Diese haben wir allerdings noch nicht ausprobiert.

Bleibt das Argument, dass man den Lightninganschluss nun nicht mehr gleichzeitig zum Aufladen und für kabelgebundene Kopfhörer benutzen kann. Das stimmt, und wer das unbedingt tun will, kommt um einen weiteren Adapter nicht herum. Mich persönlich stört das nicht, obwohl ich unterwegs oft und gern Musik höre. Aber ich lade mein Gerät entweder spät abends oder am frühen Morgen auf, also nachdem oder bevor ich unterwegs bin. Wobei es natürlich schwierig wird, wenn man das neue iPhone etwa auf einer Party als Abspielgerät nutzen und per Kabel mit einer Anlage koppeln möchte - dann ist natürlich Schluss, wenn der Akku leer ist, sofern man nicht zufällig einen Doppeladapter dabei hat.

Auf der nächsten Seite sehen wir uns das Display und die Kamera genauer an.

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