Klage

App-Store-Regeln: "Fortnite" klagt gegen Apple und Google

Streit um die Abgabe, die Apple und Google bei In-App-Käufen einbe­halten, gab es schon länger. Jetzt starten die Entwickler des Spiels "Fort­nite" ein Kräf­te­messen mit den Smart­phone-Platt­formen.

Das populäre Online-Spiel "Fortnite" Das populäre Online-Spiel "Fortnite"
Bild: picture alliance/Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
Die Macher des popu­lären Online-Spiels "Fort­nite" legen sich in einer bisher einma­ligen Kraft­probe mit Apple und Google an. Mit mehreren hundert Millionen Fans im Rücken wollen sie die App-Store-Regeln der Smart­phone-Platt­formen aufbre­chen.

Die "Fornite"-Entwick­ler­firma Epic Games führte auf Apples iPhone und iPad sowie auf Geräten mit dem Google-System Android die Möglich­keit ein, Inhalte in Umge­hung der In-App-Käufe güns­tiger zu erwerben. Damit forderte Epic die Platt­formen heraus.

Die Reak­tion kam prompt: "Fort­nite" verschwand erst aus dem App-Store für Apples Mobil-Geräte und wenige Stunden später auch aus Googles Play Store. Epic reichte umge­hend eine Klage gegen Apple ein.

Rebel­lion gegen das System

Das populäre Online-Spiel "Fortnite" Das populäre Online-Spiel "Fortnite"
Bild: picture alliance/Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
Bei dem Streit geht es im Kern um die 30 Prozent vom Preis, die Apple und Google bei In-App-Käufen einbe­halten. Schon seit einiger Zeit gibt es Kritik an der Höhe der Abgabe - und im Fall von Apple auch daran, dass die Entwickler bei In-App-Käufen keine alter­na­tiven Bezahl­wege anbieten können. Der Musik­dienst Spotify reichte deswegen Beschwerde bei den Wett­be­werbs­hü­tern der EU-Kommis­sion ein.

Epic wird mit dem Vorstoß von Donnerstag nun aber zum Wort­führer einer regel­rechten Rebel­lion gegen das System. Die Firma ließ ihre Nutzer, die auf iPhones und iPads spielen, wissen, dass selbst wenn sie schon die App auf ihren Geräten haben, neue Inhalte der nächsten "Season" von "Fort­nite" ihnen verwehrt bleiben werden.

Und Epic rief die Kunden auf, sich bei Apple mit dem Hashtag #FreeFortnite zu beschweren. Fort­nite wird nach Angaben von Epic von mehr als 350 Millionen Spie­lern genutzt.

Google: Entwickler müssen sich an Regeln halten, um im Play Store zu bleiben

Für Nutzer von Android-Geräten ist die Situa­tion etwas anders: Google lässt dort Apps nicht nur aus dem haus­ei­genen Play Store, sondern auch aus anderen Quellen laden. Apple lehnt diesen Ansatz unter Verweis auf poten­zi­elle Risiken für Nutzer durch präpa­rierte Apps ab.

Apple verwies darauf, dass Epic gegen die App-Store-Regeln verstoßen habe. "Sie gelten glei­cher­maßen für jeden Entwickler und dienen dazu, den Store sicher für unsere Nutzer zu halten." Epic habe die neue Funk­tion mit der Absicht einge­führt, die Richt­li­nien zu verletzen.

Google betonte jeden­falls, Entwickler müssten sich an die Regeln halten, um im Play Store zu bleiben. In den vergan­genen Jahren hatte Epic "Fort­nite" auf Android-Geräten bereits zeit­weise am Play Store vorbei vertrieben.

Apple erklärt stets, dass man mit der Vorgabe, die In-App-Käufe über das System der Platt­form abwi­ckeln zu müssen, die Kunden vor Betrug schützen wolle. Zugleich ist es einigen Abo-Diensten wie etwa Netflix erlaubt, Verträge mit Nutzern auf ihren eigenen Websites abzu­schließen. Die Nutzer können sich dann auf ihren iPhones und iPads einloggen - und für die Anbieter wird keine Abgabe an Apple fällig.

Mit Parodie zum Ernst

Epic war gut auf den Show­down vorbe­reitet. Die Firma hatte nicht nur schnell eine gut 60-seitige Klage parat, sondern auch ein Video, das einen legen­dären Werbe­clip des Konzerns aus dem Jahr parodierte.

In "1984" hatte Apple in Anleh­nung an George Orwells gleich­na­miges Buch das Aufbe­gehren gegen eine tota­li­täre Welt darge­stellt. Der 1984 gezeigte Clip sollte den Eintritt von Apple in den von IBM domi­nierten PC-Markt einleiten.

Epic stellte das Video jetzt als Compu­ter­ani­ma­tion nach, die Rolle des Dikta­tors spielt eine Figur mit einem Kopf in Form eines Apple-Logos.

Apple hat am Mitt­woch­abend Soft­ware-Updates für iPhone, iPad, iPod touch und Mac veröf­fent­licht. Wir berichten über die Ände­rungen, die die Updates mit sich bringen.

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