Jubiläum

Happy Birthday, Mac: Die Höhen und Tiefen eines Computergiganten

Das kalifornische Unternehmen Apple behauptet sich seit nunmehr 30 Jahren durch seinen innovativen Produkte. Dabei hatte es das ehemalige Kleinst­unternehmen oftmals sehr schwer.
Von dpa / Jennifer Buchholz

Der sprichwörtlichen kalifornischen Garage war Apple Anfang der 80er Jahre bereits längst entwachsen: Mit dem Apple II beherrschte damals das Unternehmen zunächst den noch jungen Markt der damaligen Mikrocomputer. Doch Apple sollte nicht lange an der Spitze stehen: Die Karten wurden nämlich am 12. August 1981 neu gemischt, als der Computergigant IBM seinen IBM Personal Computer auf den Markt warf.

"Die haben sich damals um dieses Thema gar nicht gekümmert."

Der Erfolg des ersten IBM-PCs wurde von Apple-Mitbegründer Steve Jobs und seinen Mitstreitern zunächst komplett unterschätzt. "Ich war an dem Tag, als IBM seinen PC ankündigte, bei Apple", erinnerte sich später Microsoft-Gründer Bill Gates. "Die haben sich damals um dieses Thema gar nicht gekümmert." Gates hatte mit MS-DOS das Betriebssystem für den IBM-PC geliefert und clever darauf geachtet, die Software auch an andere PC-Hersteller lizenzieren zu dürfen.

Nachdem ein erster Vorstoß von Apple gegen den IBM-PC mit dem teuren Bürocomputer Apple Lisa fast wirkungslos verpuffte, ruhten die ganzen Hoffnungen auf dem Macintosh. Jobs hatte sich schon im Sommer 1980 an die Spitze des Mac-Projekts gesetzt. Mit dem Mac wollte er die Idee einer grafischen Benutzungsoberfläche aus dem legendären Forschungszentrum Xerox PARC für die Massen umsetzen. Der Rechner sollte nicht länger über kryptische Kommandos bedient werden, sondern intuitiv mit Bildschirmsymbolen und Menüs mit Hilfe einer Maus.

30 jähriges Jubiläum des Mac-Computers 30 jähriges Jubiläum des Mac-Computers
Bild: dpa, bearbeitet: teltarif.de

Nach etlichen Verzögerungen konnte Jobs am 24. Januar 1984 auf einer denkwürdigen Aktionärsversammlung im Flint Center Auditorium des De Anza Community College den ersten Mac der Öffentlichkeit zeigen. Zwei Tage zuvor hatte Apple mit einem aufsehenerregenden Werbespot ("1984") während des American-Football-Endspiels Super Bowl XVIII die Öffentlichkeit auf den Marktstart vorbereitet.

Microsoft als starke Konkurrenz für Apple

Der erste Mac war für die revolutionäre Bedien-Oberfläche eigentlich zu schwach ausgelegt und konnte den Erfolg des IBM-PCs kaum eindämmen. Das Verhältnis zwischen Jobs und der damaligen Apple-Führung um CEO John Sculley zerbrach während dieser Durststrecke. 1985 verließ der Apple-Mitbegründer das Unternehmen, gründete die Computerfirma NeXT und baute den Grafik-Spezialisten Pixar zu einem Animationsstudio aus. Apple feierte zwar Anfang der 90er Jahre noch einige Erfolge, insbesondere in der Publishing-Industrie und baute eine treue Fan-Gemeinde auf. Doch den Vormarsch von Microsoft mit seinem Windows-System konnte Apple auch nicht durch Plagiat- und Patentklagen aufhalten.

Spätestens mit der Einführung von Windows 95 im August 1995 etablierte Microsoft sein Windows-System als ebenbürtig zum Macintosh, auch wenn Mac-Fans dies bis heute bestreiten. 1997 stand Apple kurz vor der Pleite: Der Marktanteil des Macs war auf einen niedrigen einstelligen Prozentsatz geschrumpft. Interne Versuche, das inzwischen betagte Mac-Betriebssystem abzulösen, scheiterten. In seiner Not wandte sich der damalige Apple-Chef Gil Amelio 1997 an Steve Jobs, um seine Firma NeXT samt Betriebssystem zu kaufen und Jobs zu Apple zurückzuholen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Apple doch noch seinen Aufschwung geschafft hat und was die Konkurrenten über den iMac sagen.

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