Gerücht

Apple: Kunden sollen 30 bis 50 Dollar für Kinofilm bezahlen

Das Privileg der Kinos könnte bröckeln: Offenbar will Apple Hollywood-Filme kurz nach ihrer Premiere zum Verleih anbieten und dafür 30 bis 50 Dollar pro Film verlangen. Doch was sagen die Kinos dazu?
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Offenbar führen große Hollywood-Studios mit Apple und dem Kabel­netz­be­treiber Comcast Gespräche darüber, neue Hollywood-Produktionen schon kurz nach ihrer Film­premiere per Streaming an­zu­bieten. Dem steht momentan aller­dings noch die klassische Ver­wertungs­kette im Weg - und billig dürfte die Idee für die Kunden auch nicht werden.

Nach einer Filmpremiere kommt eine neue Produktion in der Regel zunächst einmal in die Kinos. Erst dann erfolgt die weitere Verwertung durch Fernsehanstalten, Netzbetreiber, Film-Verleiher und schließlich die DVD- und Blu-ray-Verkaufs-Industrie. Sollte der anvisierte Deal gelingen, würden Apple und Comcast an dieser klassischen Verwertungskette einfach vorbeiziehen.

Premium-Filmverleih würde den Kinos schaden

Apple: Hollywood-Blockbuster bald zwei Wochen nach der PremiereApple: Hollywood-Blockbuster bald zwei Wochen nach der Premiere? Laut einem Bericht von Bloomberg verhandeln führende Hollywood-Studios wie Warner Bros. und Universal Pictures darüber, Apple und Comcast die Ausstrahlung neuer Blockbuster schon kurz nach der Filmpremiere zu erlauben.

Laut dem Bericht laufen diesbezügliche Verhandlungen schon seit Wochen, allerdings konnte noch keine Einigung erzielt werden. Denn es steht im Raum, dass die Kunden für die vorzeitige Premium-Leihe eines vor zwei Wochen erschienenen Hollywood-Blockbusters 30 bis 50 US-Dollar bezahlen sollen, also rund 25 bis 43 Euro.

Die Walt-Disney-Studios wollen bei dem Deal offenbar nicht mitmachen, denn der Konzern hat damit begonnen, einen eigenen Streaming-Service für seine Produktionen aufzubauen. Die anderen Studios sehen den Deal als Möglichkeit, im Zeitalter von Netflix und Amazon (Prime) Video den sinkenden Verkaufszahlen bei DVDs und Blu-rays entgegenzuwirken. Allerdings müssen auch die Kinoketten dem Deal zustimmen. Die Kinobetreiber wollten im Gegenzug für eine Erlaubnis gleich für die nächsten 10 Jahre an den Einnahmen aus einem derartigen Premium-Verleihservice beteiligt werden - das haben allerdings die Studios abgelehnt.

Nachdem Details über die Verhandlungen an die Öffentlichkeit durchgesickert waren, sanken gleich die Aktienkurse einiger großer Kinoketten. Angesichts der Möglichkeiten für ein gemütliches und bezahlbares Heimkino-Erlebnis sinken in den USA die Besucherzahlen in den Kinos ohnehin. Die Kinos stehen nun also an mehreren Fronten unter Druck. Nicht zu verachten ist allerdings, dass laut dem Bericht nach wie vor 50 Prozent der Einnahmen eines Films in den Kinos erwirtschaftet werden.

Branchenbeobachter rechnen aufgrund der unterschiedlichen Interessen der Verhandlungspartner nicht mit einer schnellen Einigung. Der Druck, den die Studios aufgebaut haben, ein Premium-Verleihprodukt einzuführen, könnte allerdings innerhalb der kommenden zwölf Monate zu einem konkreten Ergebnis führen, wenn die Kinos zur Zustimmung bewogen werden können.

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