Design-Klau

iOS 6: Apple klaute Design der Schweizerischen Bahnhofsuhr

Erste Berichte über Verarbeitungsmängel beim iPhone 5
Von mit Material von dpa
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Apple ist schnell dabei, seine Design­rechte durch­zu­setzen, doch jetzt soll sich der US-Konzern selbst ohne Erlaub­nis bedient haben: Die Schweizer­ischen Bundes­bahnen (SBB) erkannten auf dem iPad ihre Bahnhofsuhr wieder. Das Unter­nehmen sei jetzt in Gesprä­chen mit Apple über eine Lizenz oder eine andere Lösung, sagte SBB-Sprecher Reto Kormann gegenüber der Finanz­nach­richten­agen­tur Bloomberg. Geld stehe dabei nicht im Vorder­grund: "Wir sind stolz, dass Apple ein SBB-Design verwendet hat." Zugleich wäre ein Kooperations­ab­kommen zwischen den Marken ein Gewinn für beide Seiten, sagte der Sprecher. Der Streit solle "in den nächsten Tagen" beigelegt werden.

Appple zitiert nicht zum ersten Mal ein bekanntes Design

iOS 6: Apple klaute Design der Schweizerischen BahnhofsuhriOS 6: Apple klaute Design der
Schweizerischen Bahnhofsuhr
Das markante Design der Bahnhofsuhr der Schweizerischen Bundesbahnen mit ihren schwarzen und roten Zeigern von Hans Hilfiker geht auf das Jahr 1944 zurück und wird auch für eine Armbanduhr der Firma Mondaine lizenziert. Im Webshop der Bundesbahnen kostet die einfachste Ausführung der Armbanduhr 180 Schweizer Franken (rund 149 Euro). Bei Apple kam die neue Uhr mit der Veröffentlichung des Betriebssystems iOS 6 Mitte der Woche auf das iPad-Tablet, aber nicht auf das iPhone.

Das Blog Ars Technica hat eine Bildanimation erstellt, die beide Designs miteinander vergleicht. Die Autoren weisen darauf hin, dass Apple sich nicht zum ersten Mal bei einem klassischen Design bedient: Der erste Taschenrechner von iOS kopierte den berühmten Braun ET44. Der Tages-Anzeiger zitiert einen anderen SBB-Sprecher, der darauf hinweist, dass die Bundesbahnen sehr wohl an einer "rechtlichen und finanziellen" Vereinbarung mit Apple arbeiten. Es gehe nicht, dass man dieses Design einfach kopiere.

Auch die Firma Mobatime, der Hersteller der schweizerischen Bahnhofsuhren, zeigte sich erstaunt darüber, dass Apple das Design so unverhohlen übernommen hat. Nach Aussage von Unternehmenssprecher Rolf Loosli komme es nur ganz selten vor, dass jemand die Uhr so direkt kopiere. Denn das Design sei so beliebt, dass die Uhr sich mit Zustimmung der SBB jederzeit verkaufen lasse.

Erste Berichte über Verarbeitungsmängel beim iPhone 5

Nach dem gestrigen Verkaufsstart häufen sich mittlerweile erste Berichte über eine mangelnde Verarbeitung des iPhone 5. Betroffen ist das Gehäuse des Smartphones, und hier insbesondere die Rückseite. Immer mehr Käufer berichten weltweit davon, dass die Lackierung sehr empfindlich sei und schon nach wenigen Stunden abblättere. Unklarheit darüber herrscht, welche Modellvariante davon stärker betroffen ist: Ursprünglich hieß es, dass nur das schwarze iPhone 5 davon betroffen sei, mittlerweile berichten auch Käufer des weißen Modells, dass die Verarbeitung nicht in Ordnung sei.

Auch das Ausmaß des Fehlers ist unterschiedlich stark ausgeprägt: Einige Nutzer des schwarzen iPhone 5 berichten darüber, das beim Tragen des Telefons in der Hosentasche gemeinsam mit einem Schlüsselbund der Lack an einigen Stellen komplett abgeplatzt sei und die darunter liegenden helleren Schichten sichtbar würden. Ursprünglich hieß es, dass das Problem erst nach einigen Stunden der Nutzung auftritt. Doch mittlerweile hat ein Käufer auf Twitter darüber berichtet, dass er in einem Shop sage und schreibe 30 iPhones ausgepackt habe und alle seien bereits beschädigt gewesen.

Das von teltarif.de getestete Exemplar wies nach den ersten Stunden der Nutzung bislang keine Schäden auf - wir werden aber demnächst weitere Testgeräte erhalten und Sie zu diesem Thema auf dem Laufenden halten.

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