veräppelt

Apple will Amazon den Appstore verbieten lassen

Apple klagt gegen die Benutzung der Bezeichnung "Appstore"
Von dpa / Marie-Anne Winter

Apple verklagt Amazon wegen der Benutzung der Bezeichnung Appstore. Apple verklagt Amazon wegen der Benutzung der Bezeichnung Appstore.
Bildausschitt von der Amazon-Seite
Unter den Giganten im boomenden Geschäft mit Programmen für Smartphones und Tablet-Computer ist ein neuer Streit ausgebrochen. Apple will dem weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon die Nutzung des Namens "App Store" verbieten lassen. Dazu macht der App-Store-Erfinder in einer laut US-Medienberichten bereits am Freitag eingereichten Klage die Markenrechte am Namen "App Store" für die eigene Software-Downloadplattform geltend. Der Vorstoß kam pünktlich zum Start von Amazons neuem Dienst am heutigen Dienstag. Der Online-Händler will in seinem "Appstore" Programme für das Google-Betriebssystem Android anbieten, zunächst nur für Nutzer in den USA. Damit geht er in direkte Konkurrenz zu Googles Android Market.

Apple verklagt Amazon wegen der Benutzung der Bezeichnung Appstore. Apple verklagt Amazon wegen der Benutzung der Bezeichnung Appstore.
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Apple hatte seinen App Store mit Programmen für Geräte mit dem iOS-Betriebssystem wie iPhones und iPads bereits 2008 gestartet und gleichzeitig auch die Markenrechte an dem Namen beantragt. Die US-Patentbehörde gewährte sie bereits, allerdings ficht Apple-Konkurrent Microsoft diese Entscheidung mit einer Klage an. Apple hat das App-Store-Angebot inzwischen um Programme seine Mac-Computer erweitert.

App Store ist nicht gleich Appstore

Amazon nennt seine Plattform "Appstore", als ein Wort geschrieben. Apple wirft dem Online-Händler vor, damit die Markenrechte zu verletzen und fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe. "Wir haben Amazon aufgerufen, den Namen App Store nicht zu kopieren, weil dies Kunden verwirren und irreführen wird", sagte die Apple-Sprecherin Kristin Huguet gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Amazon hatte den Start seiner Download-Plattform seit Monaten vorbereitet. Google hat zwar einen eigenen Android Market mit Programmen für das Smartphone-Betriebssystem. Da Android aber eine offene Plattform ist, können auch andere solche Download-Dienste anbieten. Amazon dürfte auf Anhieb ein starker Spieler in dem Markt werden: Der Konzern hat Millionen Kunden und will auch seinen ausgereiften Empfehlungs-Algorithmus im Android-Appstore einsetzen.

Amazon starte mit rund 3 800 Apps, wie unter anderem das US-Technologieblog Engadget berichtete. Zum Start soll es eine neue Version des populären Spiels "Angry Birds" mit Figuren aus dem kommenden Animationsfilm "Rio" kostnlos geben. Apples App Store hat inzwischen 350 000 Programme im Angebot, die mehr als zehn Milliarden Mal heruntergeladen wurden.

Engadget zufolge will Amazon auch eine Funktion anbieten, die andere Download-Plattformen so bisher nicht haben: Im Web-Zugang werde man die Apps 30 Minuten lang kostenlos testen können. Die Konditionen für Entwickler seien ähnlich wie in Apples App Store: Die Anbieter der Software bekommen 70 Prozent vom Kaufpreis, 30 Prozent gegen an den Appstore-Betreiber.

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