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Mobiles Postfach: Mail-Apps auf dem Smartphone

Durch Smartphones wird der mobile Zugriff auf das E-Mail-Konto immer mehr zum Standard. Wir zeigen Alternativen zur Geräte-internen Anwendung für die Betriebssysteme Android und iOS.
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Ein Smartphone ohne E-Mail-App? Undenkbar! Daher haben auch alle derzeit gängigen Betriebssysteme eine entsprechende Funktion bereits integriert. Für den Zugriff auf das E-Mail-Konto muss der Smartphone-Besitzer nur noch seine Daten eingeben und schon kann er auf sein Postfach zugreifen.

Trotz der Geräte-internen Funktion werden in den Appstores reichlich Alternativen angeboten. Diese Apps bieten allerdings viele Zusatzfunktionen, auf die Einsteiger meistens verzichten können. Zudem reicht für die normale, mobile E-Mail-Nutzung die im Smartphone integrierten Anwendungen meistens aus.

Komfort bei Blackberry OS und Windows Phone

Athanassios Kaliudis von der Zeitschrift Connect hält die vorinstallierten Lösungen für ausreichend. "Die integrierten Apps haben den Vorteil, dass sie optimal an das Betriebssystem angepasst sind und sich in Sachen Bedienung und Benutzerführung nahtlos einfügen", erklärt er. Verschiedene Konten ließen sich meist problemlos einbinden.

Besonders gut sei dies beim sogenannten Hub in der aktuellen Version des Blackberry-Betriebssystems gelöst, sagt der Redakteur: Auf einen Blick sind hier Mails, Nachrichten oder Kalendereinträge sichtbar. Zudem seien bei diesem System heikle Daten in E-Mails am Sichersten aufgehoben.

Einen ähnlichen Komfort wie das Blackberry-Betriebssystem bietet auch das Windows Phone. Es integriert mehrere Konten, auch wenn diese von sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook stammen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Nutzer auf einen Blick Mails oder Statusberichte sieht, ohne dass er hierfür die jeweilige App öffnen muss. Nicht ganz so viele Funktionen und Verknüpfungs­möglichkeiten bieten die Mail-Apps von Android und iOS - gute Arbeit leisten sie aber trotzdem.

Keine Kontrolle über vorinstallierte Apps

Mobiler Zugriff auf die E-Mails ist vielen Verbrauchern wichtigMobiler Zugriff auf die E-Mails ist vielen Verbrauchern wichtig Auch Friederike Wagner von der Ver­braucher­zentrale Sachsen sieht die Vorteile der vor­installierten Apps: "Der Verbraucher kann ohne weitere Downloads und damit ein­her­gehende Recherchen und möglicher­weise Kosten mit dem neuen Smartphone loslegen", sagt sie.

Allerdings weist die Ver­braucher­schützerin auch auf die Nach­teile hin: Weil sich die Apps nicht oder nur schwer löschen lassen, ver­brauchen sie zum Beispiel Speicher­platz. "Noch erheblicher ist, dass der Ver­braucher nicht weiß, nach welchen Kriterien sie ausgewählt wurden und welche Sicher­heits­standards oder interne Ein­stellungen gelten." Er habe keine Kontrolle über die Funktionen und welche Informationen eventuell weiter­geleitet werden, etwa zu Werbe­partnern der Entwickler.

Anwender, denen der Umfang der mit­gelieferten Apps nicht reicht, haben bei Android und iOS eine große Auswahl an alternativen Programmen. Für Windows-Phone-Nutzer gibt es aller­dings derzeit noch keine ent­sprechende Ausweich­möglichkeit.

Alternativen für iOS und Android

Für das iOS-Betriebssystem ist beispielsweise die App AltaMail eine mögliche Alternative. Mit dieser lassen sich unter anderem E-Mails sortieren oder Filterregeln und Vorlagen erstellen. Durch den großen Funktionsumfang ist jedoch keine hohe Anwenderfreundlichkeit mehr gegeben. Zudem kostet die App fünf Euro. Eine kostenlose Alternative hierzu wäre die App Molto [Link entfernt] . Diese ist für iPhones, iPads sowie Android-Smartphones und -Tablets verfügbar. Optisch unterscheidet sich das Programm deutlich von anderen Anwendungen. In Molto werden E-Mails übersichtlich in einem schlichten Design dargestellt. Neben dem Text gibt es zusätzlich Bildausschnitte; hierdurch ähnelt die Darstellung dem Layout eines mobilen Magazins.

Android-Nutzer können sich auch einmal das Gratis-Programm MailDroid ansehen. Da die App umfangreiche Einstellungs- und Archivierungsfunktionen beinhaltet, ist sie vor allem für den professionellen Einsatz geeignet. Die Ordner-Hierarchie zeigt sie übersichtlich als Baumstruktur an. Zudem lassen sich für einzelne Ordner Lesezeichen anlegen. Für den Unternehmenseinsatz eigne sich außerdem die kostenlos für iOs und Android erhältliche App TouchDown. Besonders für die Zusammen­arbeit mit unterschied­lichen Web­servern soll diese Anwendung gut geeignet sein. Zwar beherrsche es im Gegensatz zu den meisten Mail-Programmen nur das Exchange-Format, dafür biete es durch die Ver­schlüsselungs­möglichkeiten auch mehr Sicherheit.

Sicherheit der E-Mail-Apps

Molto hat das Layout eines MagazinsMolto hat das Layout eines Magazins Verschlüsseln lassen sich E-Mails außerdem mit den Android-Apps K-9 Mail und Kaiten Mail [Link entfernt] , dafür muss das Smartphone allerdings auch die Software APG [Link entfernt] an Bord haben. K-9 und APG sind kostenlos verfügbar, Kaiten kostet knapp vier Euro. Zu bemängeln bei diesen Anwendung ist, dass sie sich in einem Test über eine sogenannte Man-in-the-Middle-Attacke einen falschen Server unterjubeln ließen. Dies stellt eine potenzielle Sicherheitslücke dar.

Neben den unabhängigen Mail-Apps bieten auch Webdienste wie Outlook, Yahoo, GMX oder Web.de eigene Programme für Android und iOS. Die Er­fahrungs­berichte zu diesen Apps in den jeweiligen Stores zeigen allerdings, dass die Anwender hiermit nicht unbedingt zufrieden sind.

Bei der Nutzung von Mail-Apps sollte der Anwender jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass Smartphone-Anwendungen nicht den kompletten Komfort eines auf dem PC installierten, leistungsfähigen Mail-Programms bieten können. Auch der Sicher­heits­standard ist bei beiden verschieden. Ein Vorteil der alternativen Apps ist aber, dass Nutzer die Zugriffsrechte auf das Betriebs­system des Smartphones vor der Installation kontrollieren können. Bei der Standard­software gibt es diese Funktion nicht. "Bei vorinstallierten Apps sollte geprüft werden, welche Einstellungen diese vorgenommen haben, und diese sollten gegebenen­falls angepasst werden", rät Ver­braucher­schützerin Wagner daher.

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