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App Store oder Appstore: Apple und Amazon legen Streit bei

Apple: "Die Kunden wissen, wo sie ihre bevorzugten Apps finden."
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Apple und Amazon haben Namensstreit um den App Store beigelegt. Apple und Amazon haben Namensstreit um den App Store beigelegt.
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Apple und Amazon haben einen mehr als zweijährigen Rechtsstreit um den Begriff "Appstore" beendet. Die zuständige kalifornische Richterin legte den Fall auf Bitten der Technologiekonzerne zu den Akten. Was letztlich den Ausschlag für den Friedensschluss gab und ob es Bedingungen gibt, ging aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor.

Eine Apple-Sprecherin sagte, dass der Konzern keine Notwendigkeit mehr sehe, das Verfahren gegen den weltgrößten Online-Händler fortzuführen. Mit über 900 000 Apps und über 50 Milliarden Downloads wüssten die Kunden Apple und Amazon haben Namensstreit um den App Store beigelegt. Apple und Amazon haben Namensstreit um den App Store beigelegt.
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inzwischen, wo sie ihre bevorzugten Apps finden können. Amazon kündigte an, man werde weiter daran arbeiten, den Kunden das beste "Appstore-Erlebnis" zu bieten.

Amazon hatte im März 2011 eine Plattform mit kleinen Zusatzprogrammen für das Google-Betriebssystem Android gestartet und hatte ihr den Namen "Appstore" gegeben. Der iPhone-Konzern machte seine Rechte an dem Namen "App Store" geltend und warf Amazon zudem irreführende Werbung vor. Amazon konterte, die Bezeichnung stehe inzwischen allgemein für eine Download-Plattform für Zusatzprogramme, genannt Apps nach dem englischen Begriff "Application", welcher mit Anwendung oder Programm übersetzt werden kann.

Das Gericht hatte Apples Vorwurf irreführender Werbung bereits abgewiesen; zuletzt ging es in dem Verfahren nur noch um den Markennamen. Der Prozess hätte im August starten sollen, nachdem frühere Schlichtungsgespräche ergebnislos geblieben waren. Apples eigener App Store wird heute fünf Jahre alt.

Steve Jobs war anfangs skeptisch

Was angesichts des durchschlagenden Erfolgs von Apples App Store für das iPhone überraschen mag: Apple-Gründer Steve Jobs hielt anfangs überhaupt nichts davon, anderen Software-Entwicklern die Tür zu seinem Vorzeige-Produkt zu öffnen. Er machte sich Sorgen, dass deren Anwendungen Viren enthalten oder Verbraucher verwirren könnten, wie aus der Jobs-Biografie von Walter Isaacson hervorgeht. Erst nach langer Überzeugungsarbeit lenkte Jobs schließlich ein.

Trotzdem hielt Jobs den Ball bewusst flach: Die 30 Prozent Kommission, die Apple von App-Preis einbehielt, seien nicht zum Geldverdienen da - sondern nur, um die Plattform einigermaßen kostendeckend zu betreiben, betonte der damalige Apple-Chef.

Trotzdem wurde der App Store ein entscheidender Faktor für den Erfolg des iPhone, weil er das Smartphone als Plattform für alle Lebenslagen etablierte - von Spielen bis hin zu Unternehmens-Apps. Apple rückte das Angebot an Zusatz-Programmen in den Mittelpunkt seiner Werbespots. Der griffige Spruch "There's an app for that" (Für alles gibt es eine App) wurde zum geflügelten Wort. Fast über Nacht entstand ein riesiger Markt. Un die Konkurrenten zogen nach: Googles Play Store mit Programmen für Android-Geräte läuft heute ähnlich auf Hochtouren wie das Apple-Angebot. Auch Microsoft und Blackberry haben eigene, bisher kleinere App-Plattformen.

Interessant ist, dass der einstige Weltmarktführer in Sachen Handy, Nokia, bereits vor Apple versucht hat, mit Ovi eine gemeinsame Download-Plattform für Medien und Smartphone-Anwendungen aufzusetzen. Ovi, was das finnische Wort für "Tür" ist, funktionierte allerdings nicht wie erwartet, die Tür für die massenhafte Nutzung von persönlichen Inhalten auf dem Nokia-Handy öffnete sich noch nicht.

Obwohl das Gesamt-Konzept durchaus mit der Idee von Apple vergleichbar war, alles aus einer Hand zu bieten: Ovi bot Musik, Spiele und weitere Online-Anwendungen, etwa den Karten-Dienst Ovi Maps, der inzwischen Here Maps heißt und in Apples App Store auch für iPad und iPhone erhältlich ist.

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