Sicherheitslücke

Urlaubs-Apps helfen Dieben beim Einbruch

Unseriöse Apps, die einem im Urlaub gute Restaurants und schöne Ausflugsziele präsentieren sollen, können im Hintergrund Informationen an Kriminelle weiterleiten, die diese dann für ihren Einbruch nutzen können.
Von Jennifer Buchholz
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Während sich der Verbraucher entspannt, können Diebe zuhause in seine Wohnung einbrechenWährend sich der Verbraucher entspannt, können Diebe zuhause in seine Wohnung einbrechen Der TÜV Rheinland meldet zum Beginn der Urlaubszeit eine erschreckende Statistik: Im vergangenen Jahr gab es so viele Einbrüche wie schon seit 15 Jahren nicht mehr. Mittlerweile wird alle drei bis vier Minuten in deutschen Wohnungen und Häusern eingebrochen. Die Zahl steigt besonders in der Ferienzeit an, wenn die Wohnräume für mehrere Tage verwaist sind. Das kuriose daran ist, dass teilweise die Bewohner selbst den Einbrechern den Tipp für einen lohnenden Einbruch geben. "Wohl niemand würde seinen Familienurlaub per Zeitungsanzeige öffentlich machen. Das würde Verbrecher ja geradezu einladen. Im Prinzip machen aber viele genau das - weil sie unsichere Apps nutzen", weiß Ralph Freude, TÜV Rheinland-Experte für Informationssicherheit.

Für ihre Einbrüche nutzen die Kriminellen immer häufiger unsichere WLAN-Netzwerke. Sind die Urlaub hierüber mit ihrem Smartphone eingeloggt und nutzen Apps wie Restaurantfinder, Navigationskarten oder Chat- und Über­setzungs­programme, können diese Anwendungen im Hintergrund die GPS-Daten des Urlaubers auslesen und an die Kriminellen weiterleiten.

"Unbefugte können diese Daten abgreifen, zum Beispiel über unsichere WLAN-Verbindungen am Flughafen, im Hotel oder Internetcafé", sagt Freude. Suchen Urlauber am anderen Ende der Welt per App beispielsweise ein Fisch­restaurant, geben sie damit Einbrechern womöglich unabsichtlich einen Hinweis, welche Häuser derzeit in Deutschland verlassen sind und wo sich ein Beutezug lohnen könnte. "Viele Nutzer wissen gar nicht, welche sensiblen Daten die diversen Smartphone- und Tablet­anwendungen abfragen", so Ralph Freude. Auch das Versenden von Urlaubsfotos oder das Posten von Informationen über das Ferienziel sowie das Veröffentlichen der Reisedauer in sozialen Netzwerken kann von Einbrechern ausgenutzt werden. "Für Cyberkriminelle sind diese Informationen leicht zu finden und bares Geld wert", so Ralph Freude.

Im Zweifel App nicht installieren

Dabei sagt der Preis einer App oder die Vertriebs­plattform, auf der sie herunter­geladen werden kann, nichts über ihre Sicherheit oder Vertrauens­würdigkeit aus. Zwar sind in der Regel die offiziellen Appstores frei von betrügerischen Anwendungen, allerdings lassen sich einige App-Anbieter mehr Nutzungsrechte einräumen, als sie benötigen. Aus diesem Grund sollten die Verbraucher vor der Installation die Nutzungsbedingungen der Apps durchlesen und im Zweifelsfall lieber auf den den Download des Programms verzichten.

Ein Hinweis für die Sicherheit einer App kann unter anderem das TÜV Rheinland-Prüfzeichen für mobile Applikationen bieten. Dieses "Check Your App"-Siegel erhalten Anwendungen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutzbestimmungen erfüllen und das Testverfahren des TÜV Rheinlands bestehen. Im Vordergrund dieser Tests stehen dabei die Transparenz, die Angemessenheit bei der Datenerhebung und -übermittlung sowie die Speicherung, die Verarbeitung und die Weitergabe der gespeicherten Daten an Dritte. Auf seiner Internetseite veröffentlicht der TÜV Rheinland derzeit 120 überprüfte Apps. Diese können von den Verbrauchern bedenkenlos installiert und genutzt werden.

Aber auch im Urlaub kann es einige Tücken geben. Wer ins Ausland fährt und eben erst einen neuen Handyvertrag abgeschlossen hat, kann unter Umständen kein Roaming nutzen. Welche Anbieter betroffen sind, können Sie in einem weiteren Artikel nachlesen.

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