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Anydesk: Computer vom Smartphone aus fernsteuern

Der Teamviewer-Konkurrent Anydesk verspricht eine höhere Performance bei der Fernwartung von Computern. Der Dienst kann nun auch mit Apps für iOS und Android genutzt werden.
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Wer einen Computer fernsteuern oder übers Netz einem anderen Nutzer per Fernwartung helfen möchte, nutzt in der Regel die Remote-Funktionalität des Betriebssystems oder die für Privatanwender kostenlose Software Teamviewer, die durch ihre Einfachheit überzeugt. Nichtsdestotrotz haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder Konkurrenz-Firmen aufgemacht, den Platzhirsch Teamviewer vom Thron zu stoßen und einen besseren Service zu bieten.

Zum Beispiel gründeten ehemalige und unzufriedene Teamviewer-Mitarbeiter 2014 den Konkurrenten Anydesk mit folgenden Vorgaben: Weniger Latenz, geringerer Bandbreitenbedarf und höhere Bildauflösung. Zum Start unterstützte der Dienst nur Windows, 2016 folgte der Support für MacOS und Linux. Heute gab Anydesk bekannt, dass der Dienst jetzt auch mit Apps auf Android und iOS nutzbar ist.

Verschlüsselte Verbindung und hohe Performance

Fernwartungs-Dienst Anydesk für AndroidFernwartungs-Dienst Anydesk für Android Mit den Apps für iOS und Android ist es nun erstmals möglich, den Dienst von mobilen Geräten aus per App zu nutzen. Private Anwender dürfen die Apps kostenlos verwenden. Die Übertragung erfolgt wie bei Teamviewer verschlüsselt: Anydesk verwendet die Sicherheitstechnologie TLS 1.2, die auch beim Online-Banking eingesetzt wird. Alle Verbindungsteilnehmer werden laut den Entwicklern mit RSA4096-Public-/Private-Key-Exchange verifiziert.

Die Entwickler haben darauf Wert gelegt, dass der Dienst auch von mobilen Geräten aus möglichst verzögerungsfrei genutzt werden kann und dass die Oberfläche auch von Laien intuitiv bedienbar ist. Mit einer Über­tragungs­ge­schwindig­keit von 16 Millisekunden bei 60 Bildern pro Sekunde soll Anydesk auch bei geringen Bandbreiten ab 100 kBit/s einsetzbar sein.

Ebenfalls wichtig war es den Entwicklern, dass für die Nutzung der Fern­wartungs­soft­ware kein persönlicher Account angelegt werden muss, so wie dies bei anderen Konkurrenten wie zum Beispiel bei AirDroid der Fall ist. Außerdem haben sich die Macher darum bemüht, dass die Apps möglichst wenig Akkuleistung verbrauchen.

Momentan können Anwender mit den Anydesk-Apps von ihrem mobilen Gerät aus Computer fernsteuern, die unter den Betriebssystemen Windows, MacOS, Linux oder BSD laufen. Erst spätere Versionen sollen dann auch den Zugriff auf andere Android-Geräte und die Übertragung von Dateien ermöglichen.

Gewerbliche Anwender wie IT-Administratoren und Support-Mitarbeiter können Anydesk einen Monat lang kostenfrei testen. Das Lite-Abonnement kostet im Anschluss daran 60 Euro jährlich beziehungsweise 290 Euro für sechs Jahre. Für das Professional-Abonnement verlangt Anydesk 180 Euro jährlich beziehungsweise 750 Euro für sechs Jahre. Bei der unlimitierten Enterprise-Variante für große Konzerne muss das Unternehmen die Preise mit Anydesk individuell vereinbaren.

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