Einschätzung

BNetzA: Verbotene Werbeanrufe sind oft als Umfrage getarnt

Auch wenn es manche nervt: Ungebetene Anrufe von Marktforschungs­instituten sind erlaubt. Manchmal benutzen die vermeintlichen Marktforscher die Umfragen aber auch für Werbung. Dann helfen die Bundesnetzagentur und die Nummernsperre.
Von dpa /
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Bundesnetzagentur zu getarnten WerbeanrufenBundesnetzagentur zu getarnten Werbeanrufen Das Telefon klingelt, und am anderen Ende ist ein Markt­forschungs­unter­nehmen mit einer Umfrage? Solche Anrufe müssen Angerufene hinnehmen. Anrufe zur Markt- und Meinungs­forschung stellen nämlich grundsätzlich keine unerlaubte Telefonwerbung dar, erklärt die Bundesnetzagentur. Wären sie grundsätzlich verboten, wären etwa Wahlumfragen oder ähnliche Erhebungen telefonisch nicht mehr möglich.

Allerdings beobachtet die Bundes­netzagentur nach eigenen Angaben häufiger einen Missbrauch. Nämlich dann, wenn der vermeintliche Anruf zur Meinungs­forschung eigentlich nur dem Ziel dient, am Ende doch Werbung zu machen oder den Absatz eines Unternehmens oder Produkts zu fördern.

Trick: Einverständnis für Folgeanrufe wird eingeholt

Ein Beispiel: Im Verlauf einer Umfrage zu Verbraucher­gewohnheiten wird gezielt nach einzelnen Produkten gefragt. Oder die Anrufer versuchen, im Laufe des Gesprächs ein Ein­verständnis für Folgeanrufe eines Unternehmens einzuholen.

Solche Anrufe sind ein Fall für die Bundesnetz­agentur. Denn hier werde gravierend in die Privatsphäre der Angerufenen eingegriffen. Solche Anrufe sollten also in jedem Fall gemeldet werden. Das geht sehr einfach über die Webseite der Bundes­netzagentur. Dort gibt es Erklärungen und ein Formular für die Anzeige.

Wer solche Anrufe künftig nicht mehr erhalten will, kann die entsprechenden Telefonnummern auch blockieren. Bei IP-Anschlüssen im Festnetz geht das häufig über die Benutzer­oberfläche des Routers. Android-Nutzer lassen sich in der Telefon-App die Detail­informationen zum unerwünschten Anruf anzeigen. Ein Fingertipp auf das Dreipunktemenü in der oberen rechten Bildschirmecke führt zur Option "Nummer blockieren". iPhone-Nutzer tippen in der Anrufliste neben der störenden Nummer auf das "i"-Symbol und wählen "Kontakt sperren" aus.

Vor einigen Wochen wehrte sich die Gesellschaft für Konsum­forschung gegen den Vorwurf, ihre Anrufe würden unter das Verbot der Telefonwerbung fallen. Außerdem gibt es eine Sperrdatei für Anrufe von Marktforschungs­instituten.

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